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Europa im Islam – Islam in Europa

Islamische Konzepte zur Vereinbarkeit von religiöser und bürgerlicher Zugehörigkeit

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Vivien Neugebauer

Wie ist es möglich, Bürger Europas und gleichzeitig Muslim zu sein? Die Autorin vergleicht aus differenzhermeneutischer Perspektive die Antworten von drei zeitgenössischen muslimischen Denkern. Sie zeigen, dass Europa und Islam durchaus zusammen gedacht werden können. Durch den Vergleich wird aber auch ein innerislamisches Spannungsfeld deutlich. Dieses bildet nicht nur die Vielfalt islamischer Wege ab, sondern stellt auch die kategoriale Unterscheidung von «islamisch» und «nichtislamisch» in Frage. Unter Betrachtung von Fragen der Partizipation, der Religionsfreiheit und des Miteinanders in einer wertepluralen Gesellschaft sind diese muslimischen Ansätze wertvolle Stimmen im Diskurs, wenn es nicht mehr nur darum geht, ob der Islam in Europa beheimatet werden kann – sondern «wie».
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5. Vergleich 1: Die Konzepte von Tariq Ramadan und Mustafa Cerić

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5.  Vergleich 1: Die Konzepte von Tariq Ramadan und Mustafa Cerić

Der sich anschließende Vergleich führt die in Kapitel 3 und 4 dargelegten Konzepte von Ramadan und Cerić zusammen. Dabei werden sie einander in einem ersten Abschnitt unter der Vereinbarkeitsfrage gegenüber gestellt. Das heißt, es geht zunächst darum, mit welchen Verständnisgrundlagen und mit welcher Strategie sie die islamische und bürgerliche Zugehörigkeit miteinander vereinbaren. Anschließend legt der zweite Abschnitt die zentralen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Konzepten dar, die inhaltlich mit dem ersten Abschnitt verbunden sind, aber über die Bestimmung der Vereinbarkeit im engeren Sinne hinausgehen. Im dritten Abschnitt dieses Vergleichs wird der Duktus der Konzepte, also die eingesetzten sprachlichen Strategien, offen gelegt und verglichen.

5.1  Die Vereinbarkeit von bürgerlicher und islamischer Zugehörigkeit: Europa- und Islamverständnis

Beide Konzepte bejahen eine Vereinbarkeit von islamischer und bürgerlicher Zugehörigkeit. Aus ihrer Sicht ist Europa ein legitimer Heimatort für Muslime. Mit dieser Aussage stellen sie sich gegen das Häuser-Prinzip der klassischen (sunnitischen) Rechtstradition, welches das nichtislamische Europa als „verbotenen“ Heimat- und sogar Aufenthaltsort für Muslime formuliert. Sie erteilen der Vorstellung von Europa als „Haus des Krieges“ eine Absage (s. 3.1.3; 4.2). Davon ausgehend formulieren sie alternative „islamische“ Verständnisse von Europa. Dennoch verdeutlichen beide die Relevanz, den Aufenthalt in Europa im islamischen Denken zu verankern. Daraus ergeben sich wiederum Verhaltensweisen für die Muslime, die in Europa leben....

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