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Europa im Islam – Islam in Europa

Islamische Konzepte zur Vereinbarkeit von religiöser und bürgerlicher Zugehörigkeit

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Vivien Neugebauer

Wie ist es möglich, Bürger Europas und gleichzeitig Muslim zu sein? Die Autorin vergleicht aus differenzhermeneutischer Perspektive die Antworten von drei zeitgenössischen muslimischen Denkern. Sie zeigen, dass Europa und Islam durchaus zusammen gedacht werden können. Durch den Vergleich wird aber auch ein innerislamisches Spannungsfeld deutlich. Dieses bildet nicht nur die Vielfalt islamischer Wege ab, sondern stellt auch die kategoriale Unterscheidung von «islamisch» und «nichtislamisch» in Frage. Unter Betrachtung von Fragen der Partizipation, der Religionsfreiheit und des Miteinanders in einer wertepluralen Gesellschaft sind diese muslimischen Ansätze wertvolle Stimmen im Diskurs, wenn es nicht mehr nur darum geht, ob der Islam in Europa beheimatet werden kann – sondern «wie».
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Einleitung: Wie kann der Islam zu Europa gehören?

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Einleitung:  Wie kann der Islam zu Europa gehören?

Faktisch gesehen gehört der Islam schon längst zu Europa. Geschätzte 16 bis 18 Millionen Muslime leben heute in Westeuropa (vgl. Fürlinger 2013, 59).1 Damit hat sich der Islam zur zweitgrößten Religion Europas entwickelt (Malik 2006; Minkenberg 2012). Insbesondere mit dem vermehrten sicherheitspolitischen Interesse nach den terroristischen Anschlägen in den USA im Jahr 2001 etablierte sich ein umfangreiches Integrationsprogramm (vgl. Luft 2014, 391).2 Damit verbunden ist einerseits die Frage, wie sich die Residenzgesellschaft und andererseits die muslimische Community dazu verhalten. Viele Muslime fühlen sich längst gerade auch religiös in Europa Zuhause (z. B. Stiftung Zentrum für Türkeistudien 2004, 36f.; Brettfeld & Wetzels 2008; Idriz 2010). Ein eindeutiges Zeichen in diese Richtung setzte auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, sowie Wolfgang Schäuble und Christian Wulff, als sie den Islam als Teil Deutschlands bezeichnete.3 Das Ziel einer anerkannten Beheimatung des Islam treibt westeuropäische Gesellschaften im Allgemeinen (vgl. Pickel & Hidalgo 2013)4 wie ihre Muslime im Speziellen (vgl. John 2010, 220f.; Klausen 2006, 68ff.; Malik 2006, 105f.) gleichermaßen um. In den letzten Jahren haben die Mühen im Verhandlungsprozess um seine Beheimatung sichtbare Früchte getragen.5 In Deutschland ist der Islam dabei sogar in eine der traditionellsten Institutionen der Gesellschaft vorgedrungen: Seit wenigen Jahren nimmt auch die Verankerung des Islam als Fach an den deutschen Universitäten konkrete Formen an. ← 19 | 20...

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