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Jahrbuch 2013/2014

Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes von Martin Heger

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Edited By Berliner Wissenschaftliche

Mit diesem Jahrbuch informiert die gemeinnützige Gesellschaft über ihre Aufgaben und Ziele. Sie pflegt und fördert mit ihren 310 Mitgliedern die Zusammenarbeit unter den im Großraum Berlin tätigen Wissenschaftlern aller Disziplinen und Institutionen, bietet besonders dem Nachwuchs aller Fächer ein Diskussionsforum, verleiht Preise für ausgezeichnete Leistungen und greift in die hochschulpolitischen Auseinandersetzungen ein, um der Politik und der Öffentlichkeit eine bessere Meinungsbildung zu ermöglichen. Im Verlauf des Jahres werden Vorträge aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen angeboten.
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Michael Wolffsohn - Universität im Zeichen globaler Kulturrevolutionen

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Michael Wolffsohn

Universität im Zeichen globaler Kulturrevolutionen

1968 – magische Jahreszahl bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte: Sie steht, zurecht oder nicht, für Aufbruch und Umbruch, Neues und Dynamik, mehr Demokratie, Bewältigung der NS-Vergangenheit, Neue Linke, Studentenrevolte, Breitenbildung,

Antiautoritäres, Selbstverwirklichung, Lebens- und scheinbar erstmals in der Menschheitsgeschichte entdeckte Liebeslust oder Sex statt Krieg. Parolen, Parolen, Phrasen, Phrasen. Oder auch nicht. Einerlei.

Umbruch und Aufbruch kennzeichneten die Stimmung der Jugend-Mehrheit, der 68er. Längst sind die meisten selbst 68 oder auch älter. Gerne verklären sie nostalgisch die selbsterlebte Epoche ihres basisdemokratisch geprägten, rebellischen Jugendzaubers. Der Rebellion gegen folgte die stille Konversion zum Establishment, dessen Wohlstand verführte und den man emsig vermehrte. Das einst Verpönte verwöhnte. Wie so viele Menschheitsgenerationen vor ihnen wurden auch die meisten 68er die „Kinder ihrer Eltern“. Wie und warum, das hat Götz Aly in seinem brillanten Buch „Unser Kampf 1968“ ebenso empirisch-faktenreich wie kritisch und nicht zuletzt selbstkritisch beschrieben.

Der Titel war Programm, denn der Autor hielt den 68ern, die für sich beansprucht hatten, das NS-Erbe ihrer Eltern und Großeltern zu überwinden und zu bewältigen, den Spiegel vor. Der antifaschistische Schein habe zumindest teilfaschistisches Sein der Rebellierenden überdeckt. Es sei nicht erst durch den Übergang von Anführern wie Horst Mahler und Bernd Rabehl von linksaußen nach rechtsaußen erkennbar geworden, sondern schon von Anfang an vorhanden gewesen.

Wir kennen aus Geschichte und...

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