Show Less
Restricted access

Jahrbuch 2013/2014

Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes von Martin Heger

Series:

Edited By Berliner Wissenschaftliche

Mit diesem Jahrbuch informiert die gemeinnützige Gesellschaft über ihre Aufgaben und Ziele. Sie pflegt und fördert mit ihren 310 Mitgliedern die Zusammenarbeit unter den im Großraum Berlin tätigen Wissenschaftlern aller Disziplinen und Institutionen, bietet besonders dem Nachwuchs aller Fächer ein Diskussionsforum, verleiht Preise für ausgezeichnete Leistungen und greift in die hochschulpolitischen Auseinandersetzungen ein, um der Politik und der Öffentlichkeit eine bessere Meinungsbildung zu ermöglichen. Im Verlauf des Jahres werden Vorträge aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen angeboten.
Show Summary Details
Restricted access

Bernd Sösemann - Die deutsche Politik von 1914 in anderem Licht. Anmerkungen zur fehlerhaften Entzifferung eines Schlüsseldokuments und Lektüre-Empfehlungen zur „Julikrise“ und dem Ersten Weltkrieg

Extract

| 121 →

Bernd Sösemann

Die deutsche Politik von 1914 in anderem Licht. Anmerkungen zur fehlerhaften Entzifferung eines Schlüsseldokuments und Lektüre-Empfehlungen zur „Julikrise“ und dem Ersten Weltkrieg

Die Autoren der meisten Bücher zum Kriegsausbruch von 1914 gestehen dem Tagebuch von Kurt Riezler, einem Adlatus des deutschen Reichskanzlers, in der „Julikrise“ von 1914 eine hohe Bedeutung zu, weil sowohl ähnliche persönliche Dokumente von der Hand Bethmann Hollwegs fehlen als auch tagesaktuelle Notizen aus dem engen Kreis der Macht.

Theobald Bethmann Hollweg, Reichskanzler

Doch Riezlers Aufzeichnungen aus den ereignisreichen Wochen des Sommers 1914 entstanden nicht unmittelbar aus der Situation heraus. Sie enthalten eine rückblickende Zusammenstellung auf Grund später von seinem Bruder Walter und wohl auch partiell von ihm, Kurt Riezler selbst, vernichteter Vorlagen. ← 121 | 122 →

In seiner ersten Publikation des gesamten Diariums (1972) schätzte Karl-Dietrich Erdmann, von 1975 bis 1980 Präsident des Historiker-Weltverbandes, die Problematik der Kompilation falsch ein, irrte sich wiederholt bei der Übertragung der Handschrift und kommentierte das Dokument tendenziös. Für seine Auseinandersetzungen mit Fritz Fischer über die Einschätzung des Ersten Weltkriegs benötigte er 1972 eine scharf geschliffene Waffe. Obwohl die Mängel und fehlende Authentizität seit 1983 nicht nur der Fachöffentlichkeit bekannt sind, druckte der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht die unzulängliche Ausgabe 2008 unverändert nach. 1 Da die Transkription und das editorische Verfahren besonders im wichtigen Abschnitt der „Julikrise“ wissenschaftlichen Standards nicht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.