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Die Auflösung des Staates Preußen

Gerhard Dassow

Dieses Buch beschäftigt sich mit dem am 25. Februar 1947 durch den Alliierten Kontrollrat verfügten Gesetz Nr. 46 zur Auflösung des Staates Preußen. In einer vorherrschend posthumen Lesart wurde dieser Schritt als ein verspäteter und im Grunde überflüssiger Akt gewürdigt: de facto längst vollzogene Tatbestände sollten damit «der guten Ordnung halber» staats- und völkerrechtlich legalisiert werden. Der Auflösungsbeschluss der Alliierten reichte aber weit über seine vordergründig rein destruktiven Wirkungen hinaus. Der Autor argumentiert, dass dieser Beschluss mit «langem Atem» und in einem stillschweigenden Konsens mit den Deutschen den Weg für die «Vollendung der Deutschen Einheit» im Rahmen einer europäischen Lösung der historischen «Deutschen Frage» ebnete – und leitet daraus ein eindringliches Plädoyer für die Schaffung eines Bundeslandes «Brandenburg-Preußen» ab.
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Vorwort

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Das Gesetz Nr. 46 des Alliierten Kontrollrats vom 25. Februar 1947 stellt mit der förmlichen Auflösung des Staates Preußen zweifellos ein Schlüsseldokument aus der neueren deutschen Geschichte dar: Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs verfügten das Ende eines Staates, der die Entwicklung der neuzeitlichen Geschichte Deutschlands und Europas tiefgehend geprägt hat. Die historische Bewertung, die dieser Staat erfahren hat, ist sehr unterschiedlich ausgefallen; sie schwankt zwischen der Bewunderung für die Inkarnation staatlicher Vernunft auf der einen, der Verurteilung des obrigkeitsstaatlichen preußischen Militarismus als Hauptursache für die „deutsche Katastrophe“ der Gewaltpolitik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Friedrich Meinecke) auf der anderen Seite. Von dieser Sichtweise waren die alliierten Siegermächte geleitet, als sie Preußen symbolisch den Totenschein ausstellten und damit doch nur besiegelten, was durch den totalen Zusammenbruch des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches längst historische Realität geworden war.

Die hier publizierte Masterarbeit nimmt das Spannungsfeld zwischen den Leitbegriffen „Schlüsseldokument“ und „Totenschein“ genauer in den Blick und vermag so vor allem die konkrete historische Bedeutung des Kontrollratsgesetzes Nr. 46 im Kontext der deutschlandpolitischen Planungen und Entscheidungen bei Kriegsende genauer zu bestimmen. Ihr Autor Dr. Gerhard Dassow ist in mancher Hinsicht ein typischer Student der FernUniversität in Hagen: Beruflich als Betriebswirt schon lange erfolgreich, hat er sich einen Jugendwunsch erfüllt und voller Engagement ein Geschichtsstudium absolviert. Nicht nur wegen seiner Herkunft aus den brandenburgischen Kernlanden hat er sich dabei vor allem...

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