Show Less
Restricted access

Das publizistische und literarische Werk Margarita Nelkens

Engagement, Gesellschaftskritik und Genderproblematik

Series:

Manuela Franke

Die Autorin behandelt erstmals umfassend sowohl die Person als auch das Werk der Schriftstellerin und Politikerin Margarita Nelken (1894–1968). Diese fand bislang hauptsächlich aufgrund ihres politischen und sozialen Engagements in der Zweiten Republik Spaniens, im Spanischen Bürgerkrieg und während ihres Exils in Mexiko Beachtung – ihre zahlreichen publizistischen und literarischen Texte blieben dagegen weitgehend unberücksichtigt. Die Autorin untersucht auch bisher unbekannte Texte und stellt die enge Verbindung zwischen den literarisch-künstlerischen und den politischen Schriften Nelkens heraus. Ihr Augenmerk gilt dabei den verschiedenen Formen von Nelkens Kritik an der Gesellschaft und insbesondere an den herrschenden Geschlechterverhältnissen vor und während des Exils.
Show Summary Details
Restricted access

6.0 Margarita Nelkens Exilliteratur (1939–1968)

Extract



Während ihres Exils in Mexiko muss Margarita Nelken den Tod ihrer beiden Kinder, Santiago und Magda miterleben: Im Alter von zweiundzwanzig Jahren fällt Santiago, der sich im Juni 1941 als jüngster Offizier in der Roten Armee einschreibt, am 5. Januar 1944 bei dem Kampf um die Eroberung Berlins. Über den Tod ihres Sohnes wird Nelken aufgrund von Falschmeldungen der Sowjets erst achtzehn Monate später, im Februar 1946, in Kenntnis gesetzt. Anlässlich seines Todes schreibt sie den Gedichtband „Primer Frente“ (1944).

Sie arbeitet hart, um ihre Mutter, Tochter und Enkelin zu finanzieren und versucht so den Tod ihres Sohnes zu verdrängen. Wie schwer ihr dies gefallen sein muss, zeigt sich in einem Brief vom 28. Februar 1949, den sie an ihre Freundin Ricarda Bermejo schreibt und in dem sie ihre Situation wie folgt beschreibt: „Yo trabajando como una burra: es el único modo de no volverme loca de pena. Cada quien se emborracha como puede.“930

Der Tod ihres Kindes ist für sie kaum zu ertragen. Selbst Jahre später leidet sie noch sehr unter dem Verlust. So schreibt sie beispielsweise am 19. April 1951 aus Mexiko an die ehemalige Sekretärin ihres Mannes, Germaine Althoff:

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.