Show Less
Restricted access

Denken des Empraktischen

Edited By Konstanze Caysa and Harko Benkert

Der Band thematisiert Karl Bühlers Idee des Empraktischen, fasst sie aber zugleich weiter, indem nicht nur auf sprachlich-implizites, sondern leiblich-implizites Vollzugshandeln eingegangen wird. Im Empraktischen geht es demzufolge um leiblich-implizite Wissensformen. Das Empraktische ist ein Wissen-Haben im Tun-Können. Empraktisch wissen wir, was wir wissen, solange wir nicht danach gefragt werden. Oder anders ausgedrückt: Empraktisches Wissen ist ein Wissen, das wir solange haben, solange wir es nicht metastufig problematisieren. Selbst die Reflexionswissenschaft Philosophie, deren Tun wesentlich in der Reflexion besteht, funktioniert wie Sport, Sex, Wissenschaft und Kunst auf der Basis des Empraktischen. Der Band thematisiert demzufolge das Empraktische auf zwei Ebenen: auf der Ebene der Philosophie und auf der Ebene der Kunst.
Show Summary Details
Restricted access

Volker Caysa - Die zwei Grundformen empraktischen Körperhandelns

Extract

| 69 →

Volker Caysa

Die zwei Grundformen empraktischen Körperhandelns

Nach Nietzsche lebt das Ich vom Selbst, das Selbst vom Leib und die Praxis von der Empraxis, die zugleich die Möglichkeit der Praxis garantiert. Dass wir sind, scheint leiblich gewiss zu sein. Das leibliche Ich-bin ist uns ganz nah. Doch, obwohl es uns ganz nah ist, ist es uns auch ganz dunkel. Es ist uns gewiss. Es macht uns selbstgewiss. Aber ungewiss ist auch, was es ist. Es wird immer schon geleibt und in diesem Sinne gelebt ohne zu wissen, was wir erlebt, was wir erfahren haben. Vor lauter Nähe wissen wir nicht, was wir in der Unmittelbarkeit wissen. Abständigkeit scheint uns zu verschlingen oder sie ermöglicht Empathie, durch die wir das Richtige tun, ohne dass wir wissen, dass wir das Richtige tun. Das empraktische Wissen ist sich also selbst verdeckt. Wie das explizite Selbstbewusstsein sich ursprünglich unbekannt ist, wie das Ich sich ursprünglich im Nicht-Ich gründet, so stiftet sich praktisches Selbstbewusstsein in empraktischem Bewusstsein.

Wie aber das Selbstbewusstsein kein reines Bewusstseinsphänomen ist, so ist auch der Leib kein reines Körperphänomen. Wir haben den Leib nie vollständig instrumentell, sondern er entzieht sich prinzipiell unserer instrumentellen Verfügung, je mehr wir diese Verfügungsmöglichkeiten auch erweitern. Der Leib ist de facto fundamental unterschieden von allen Körperdingen und dennoch für uns selbst ein Körperding, ein Körper-Leib, den wir, wie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.