Show Less
Restricted access

Denken des Empraktischen

Edited By Konstanze Caysa and Harko Benkert

Der Band thematisiert Karl Bühlers Idee des Empraktischen, fasst sie aber zugleich weiter, indem nicht nur auf sprachlich-implizites, sondern leiblich-implizites Vollzugshandeln eingegangen wird. Im Empraktischen geht es demzufolge um leiblich-implizite Wissensformen. Das Empraktische ist ein Wissen-Haben im Tun-Können. Empraktisch wissen wir, was wir wissen, solange wir nicht danach gefragt werden. Oder anders ausgedrückt: Empraktisches Wissen ist ein Wissen, das wir solange haben, solange wir es nicht metastufig problematisieren. Selbst die Reflexionswissenschaft Philosophie, deren Tun wesentlich in der Reflexion besteht, funktioniert wie Sport, Sex, Wissenschaft und Kunst auf der Basis des Empraktischen. Der Band thematisiert demzufolge das Empraktische auf zwei Ebenen: auf der Ebene der Philosophie und auf der Ebene der Kunst.
Show Summary Details
Restricted access

Peter Fischer - Empraktische Kommunikation. Anthropologische Überlegungen zur Ontogenese

Extract

| 121 →

Peter Fischer

Empraktische Kommunikation. Anthropologische Überlegungen zur Ontogenese

Von empraktischer Kommunikation wird hier im Sinne einer anthropologischen Kategorie die Rede sein, d.h. im Sinne einer solchen Kategorie, die Relevanz für den Mensch-Tier-Vergleich besitzt und die dazu beitragen könnte, die Spezifik des Menschen in der Differenz zu anderen Lebewesen zu bestimmen. Ihre Explikation erfolgt im Anschluss an Überlegungen von Arnold Gehlen und im Hinblick auf Forschungen von Michael Tomasello und deren Diskussion. Dabei werde ich folgendermaßen vorgehen.

Zunächst führe ich die Begriffe empraktisch und Kommunikation ein. Danach stelle ich dar, wie Tomasello im Rahmen der empirischen Anthropologie an die Frage nach der Spezifik des Menschseins herangeht und welches sein wichtigstes Ergebnis ist. Anschließend expliziere ich den Begriff der empraktischen Kommunikation in Rahmen einer Darstellung und Interpretation der Überlegungen Gehlens. Zum Schluss komme ich auf Tomasello zurück, indem ich auf Bedenken gegen sein Konzept eingehe und in Form einer Forschungsorientierung formuliere, welche Bedeutung das Konzept der empraktischen Kommunikation für diese Diskussion haben könnte. Dabei wird es nicht nur um inhaltliche, sondern auch um Fragen der Methode gehen. Mit meinen Ausführungen verfolge ich also drei Ziele: erstens eine Gebrauchsweise des Begriffs empraktisch vorzustellen, die es so in der Diskussion über das Empraktische m.W. noch nicht gibt; zweitens einen Diskussionsstand hinsichtlich eines Themenfeldes darzustellen, auf dem diese Gebrauchsweise eine Rolle spielen kann; drittens Forschungsorientierungen für dieses Problemgebiet abzuleiten, die sich ergeben, wenn dieser Begriff...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.