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Denken des Empraktischen

Konstanze Caysa and Harko Benkert

Der Band thematisiert Karl Bühlers Idee des Empraktischen, fasst sie aber zugleich weiter, indem nicht nur auf sprachlich-implizites, sondern leiblich-implizites Vollzugshandeln eingegangen wird. Im Empraktischen geht es demzufolge um leiblich-implizite Wissensformen. Das Empraktische ist ein Wissen-Haben im Tun-Können. Empraktisch wissen wir, was wir wissen, solange wir nicht danach gefragt werden. Oder anders ausgedrückt: Empraktisches Wissen ist ein Wissen, das wir solange haben, solange wir es nicht metastufig problematisieren. Selbst die Reflexionswissenschaft Philosophie, deren Tun wesentlich in der Reflexion besteht, funktioniert wie Sport, Sex, Wissenschaft und Kunst auf der Basis des Empraktischen. Der Band thematisiert demzufolge das Empraktische auf zwei Ebenen: auf der Ebene der Philosophie und auf der Ebene der Kunst.
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Volker Caysa - Hegel empraktisch gelesen

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| 205 →

Volker Caysa

Hegel empraktisch gelesen1

Der Rezensent dieses monumentalen Werkes hat es schwer: Es können unmöglich alle Themen ausführlich besprochen werden. Noch gravierender ist: zu jeder Position, die man bei Hegel findet, ist es auch möglich die Gegenposition aus Hegels Denken heraus zu präparieren. Daraus kann ein Hase-Igel-Wettlauf werden und die nahezu unüberschaubare Sekundärliteratur zum Hegelschen Denken dokumentiert dies in traurig machender, mittlerweile langweilender Art und Weise. Diesen Gordischen Knoten durchschlägt Stekeler, indem er es wagt, die Tendenz der Hegelschen Denkweise zu explizieren. Das ist die Stärke dieses Kommentars. Er erarbeitet eine bestimmte Position, nämlich die des empraktischen Paradigmas, und weicht nicht den Problemen aus, indem man zu einer These immer auch noch die Antithese als möglich gerechtfertigt darstellt. Der Kommentar macht Schluss mit einem postmodernen pluralistischen Interpretationismus, in dem alles beweisbar erscheint. Stekeler wendet sich gegen den pluralistischen Konstruktivismus der Postmoderne auch in der Sprachanalytik, das abstrakt ein Denken inspiziert und es oft kurzschlüssig für wahr oder falsch erklärt, um sich dann positivistisch dem Philosophiebetrieb wieder zuzuwenden. Diesen Postmodernismus verwundert nichts. Alles ist akkurat, gewissenhaft, rechtschaffen, handwerklich gut gemacht, aber auch ohne existentielle Verbindlichkeit. Die Philosophie steht gleichgültig dem Leben (der Menschheit) gegenüber. Das ist Stekelers Sache nicht. Das Ethos seines Denkens ist ganz im klassischen Sinne vom Gattungspathos getragen.

Stekeler macht mit seinem nichtsystemisch-systematischen Denken Schluss mit dem ruinösen, postmodernen fragmentarischen Denken,...

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