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Denken des Empraktischen

Edited By Konstanze Caysa and Harko Benkert

Der Band thematisiert Karl Bühlers Idee des Empraktischen, fasst sie aber zugleich weiter, indem nicht nur auf sprachlich-implizites, sondern leiblich-implizites Vollzugshandeln eingegangen wird. Im Empraktischen geht es demzufolge um leiblich-implizite Wissensformen. Das Empraktische ist ein Wissen-Haben im Tun-Können. Empraktisch wissen wir, was wir wissen, solange wir nicht danach gefragt werden. Oder anders ausgedrückt: Empraktisches Wissen ist ein Wissen, das wir solange haben, solange wir es nicht metastufig problematisieren. Selbst die Reflexionswissenschaft Philosophie, deren Tun wesentlich in der Reflexion besteht, funktioniert wie Sport, Sex, Wissenschaft und Kunst auf der Basis des Empraktischen. Der Band thematisiert demzufolge das Empraktische auf zwei Ebenen: auf der Ebene der Philosophie und auf der Ebene der Kunst.
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Henning Tegtmeyer - Die Praxis der Kunst nach Schelling

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Henning Tegtmeyer

Die Praxis der Kunst nach Schelling

Das Thema der folgenden Überlegungen ist das Verhältnis von Theorie und Praxis, exemplarisch betrachtet an der Praxis der Kunst. Das systematisch leitende Interesse weist aber über im engeren Sinne ästhetische und kunstphilosophische Zusammenhänge hinaus und orientiert sich an der Frage, was es heißt, eine Praxis als geistig geformt zu begreifen. Zwei Vermutungen leiten dabei die Betrachtung: (1) Eine Praxis kann nicht anders begriffen werden denn als geistig geformt. Der Unterschied zwischen einer Praxis im vollen Sinn und einem bloßen Ensemble von Verhaltensmustern besteht darin, dass erstere auf ein erkanntes Gutes hin geordnet und ausgerichtet ist, was bei letzterem nicht der Fall ist. (2) Die Praxis als solche kann nur von ihrer geistigen Ausrichtung her begriffen werden und nicht umgekehrt. Oder mit den Worten Joseph Ratzingers: Die bloße Praxis ist kein Licht. Sie offenbart nicht von sich aus, worum es in ihr geht, sondern man versteht den Sinn einer Praxis und der ihr zugehörigen Handlungsformen nur dann, wenn man das Gute erkennt, welches ihr ordnendes Prinzip ist. Diese These greift zugleich das Diktum Wittgensteins an, dass die Praxis für sich selber sorge. Keine Praxis tut das. Damit geht es im Folgenden, so vermute ich, auch um die Grenzen einer Philosophie des Empraktischen.

Zwei Einwände legen sich nahe und sollen daher gleich eingangs berücksichtigt werden: Zum einen wird man sagen, dass Praxen doch typischerweise nicht durch...

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