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International Corporate Public Affairs Management

Politische Kommunikationsnetzwerke Multinationaler Unternehmen

Series:

Thomas Beck

Das Buch erstellt einen analytischen Bezugsrahmen für die Erfassung und Evaluation kommunikativer Einflussbeziehungen von Unternehmen. Bislang mangelte es an perspektivischer Vielfalt, theoretischen Fundierungsmöglichkeiten und geeigneten Instrumenten zur Rekonstruktion und Analyse des komplexen politischen Beziehungsmanagements Multinationaler Unternehmen. Der Autor verknüpft Schlüsselkonzepte des Issues- und Stakeholdermanagements, der Politikfeldanalyse, Tauschtheorie und Lobbyismusforschung mit dem Netzwerkansatz. Das Ergebnis ist eine neuartige Forschungsheuristik, die es möglich macht, Public Affairs aus relationaler Perspektive zu betrachten und themenzentrierte politische Anspruchsgruppenkommunikation von Organisationen zu analysieren.
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1 Public Affairs als Relationales Phänomen

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1.1 Problemstellung und Untersuchungsanliegen

Unternehmen haben sich vom Markt emanzipiert (Scherer et al., 2014). Dieser Prozess, der nicht nur eine soziale, sondern auch politische Dimension beinhaltet, stellt die Sozialwissenschaften vor neue Herausforderungen. Konstrukte wie Corporate Public Affairs (CPA) stehen im Mittelpunkt eines Diskurses der versucht, die neue Rolle und das gewandelte Selbstbild von Wirtschaftsbetrieben als soziopolitischen Akteuren theoretisch-konzeptionell zu fundieren. Der Kern der Debatte und damit Nucleus der gesamten CPA-Forschung, nämlich Fragen nach Organisation, Art, Ursachen und Auswirkungen der politischen Teilhabe von Unternehmen dreht sich um eine normative Achse: die Diskussion um Rechtmäßigkeit und legitimen Umfang politischer Einflussnahme singulärer ökonomischer Interessen. Zu wenig bekannt ist über die tatsächlichen Aktivitäten global agierender Unternehmen, zu undurchsichtig bleibt das Dickicht des Corporate Lobbying. Kaum verwunderlich also, dass in der Literatur das Bild des omnipotenten Wirtschaftsakteurs nach wie vor klar dominiert. Politische Aktivitäten Multinationaler Unternehmen stehen hier stellvertretend für die grenzüberschreitende Verflechtung politischer und ökonomischer Macht. Sie symbolisieren die sukzessive Unterminierung von Staatlichkeit und exemplifizieren einen Globaltrend zum Partikularismus im System der organisierten Interessenvertretung (König, 1999; Crouch, 2011). All das mündet in einer Vorstellung von Public Affairs als kommunikativem Instrument des politischen ‚Empowerment‘ privatwirtschaftlicher Akteure (Fuchs & Lederer, 2007). Machtzuwachs aber setzt Einfluss voraus. Einfluss wiederum ist an Zugang gebunden. Alle diese Konstrukte beschreiben Merkmale, die ihrem Wesen nach nicht Eigenschaften einzelner Akteure, sondern Elemente sozialer Beziehungen und somit überindividuelle, relationale Merkmale sind.

Eben weil Corporate Public Affairs...

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