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Die Neue Türkei

Eine grundlegende Einführung in die Innen- und Außenpolitik unter Recep Tayyip Erdoğan

Edited By Yunus Yoldaş, Burak Gümüș and Wolfgang Gieler

Dieser Sammelband bietet einen umfassenden Einblick in das Wesen der «Neuen Türkei». Die seit 2002 ununterbrochen regierende moderat-islam(ist)ische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung und ihr damaliger Anführer und heutiger Staatspräsident Erdoğan haben den innen- und außenpolitischen Wandel der Türkei vorangetrieben und selbstbewusst die «Neue Türkei» proklamiert. Allerdings weicht die anfängliche Euphorie der Ernüchterung. Der EU-Beitrittsprozess steckt fest, während Vorwürfe über autoritäre Tendenzen, Korruption, Einmischung in die Privatsphäre, Reislamisierung der Innen- und Außenpolitik lauter werden. Experten aus Deutschland und der Türkei liefern in diesem Sammelband kritische Einblicke in die Innen- und Außenpolitik des sich im Umbau befindlichen Landes und erläutern sowohl Errungenschaften als auch Probleme der türkischen Transformationsgesellschaft.
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Die Afrikapolitik der Neuen Türkei

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1.  Einleitung

Warum wollen die meisten entwickelten und die sich entwickelnden Länder nach Afrika hin?1 Diese Frage stellt sich auf der internationalen Ebene nach ein Jahrhundert und zwei Dekaden nach der Berlin-Konferenz von 1885 wieder, als die Türkei in ihrer Außenpolitik 2005 als „das Jahr von Afrika“ deklarierte. Insbesondere seit dem Anfang dieses Millenniums ist der als hoffnungslos gesehene Kontinent2 infolge der wirtschaftlichen Entwicklung ins Blickfeld der internationalen Staatenwelt gerückt.3 Es wird geradezu einen ähnlichen „Sturm nach Afrika“, wie in den Tagen der Berliner Konferenz, festgestellt. Bezüglich der internationalen Beziehungen der afrikanischen Staaten sind die größten politischen und wirtschaftlichen Akteure in der Reihenfolge die EU-Länder (vor allem ehemalige Kolonialmächte England und Frankreich), China und den USA. Ferner engagieren sich dabei Brasilien, Russland und Indien andere Entwicklungsländer. In diesem Rahmen erscheint auch die Türkei als bedeutender Akteur, deren Beziehung zu Afrika in der deutschen Literatur noch nicht ausreichend untersucht worden ist. Die Türkei hat zum Beispiel ihr Handelsvolumen mit den afrikanischen Ländern zwischen 2002 und 2011 verfünffacht.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan träumt davon, dass die Türkei zu entwickeltesten zehn Wirtschaften der Welt im Jahr 2023 gehört. Türkische Staatsmänner wissen, dass dieses Ziel vielleicht unmöglich zu realisieren ist. Durch die langjährige Strategie will das Land aber möglichst das Bestmögliche schaffen. Zu diesem Zweck soll die Türkei bestimmte neue außenpolitische...

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