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Islamisches Recht in Theorie und Praxis

Neue Ansätze zu aktuellen und klassischen islamischen Rechtsdebatten

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Mouez Khalfaoui and Bülent Ucar

Spielt das islamische Recht noch eine Rolle im Leben und Denken gegenwärtiger Muslime? Was kann man von der Scharia noch umsetzen? Wie steht die Scharia mit säkularem Recht im Verhältnis? Sind die Maqasid noch anwendbar? Diese Fragen werden von Laien-Muslimen sowie Experten häufig gestellt. Die Beiträge dieses Bandes bieten einen Einblick in die innerislamische Debatte über das islamische Recht und seine Rolle im Leben gegenwärtiger Muslime. Dabei sind mindestens zwei Hauptansätze von besonderer Bedeutung: im ersten Teil werden die Fragen der Entstehung, Definition und Entwicklung des islamischen Rechts debattiert. Der zweite Teil ist dem Thema Maqasid gewidmet. Hierbei werden bedeutende Abschnitte aus arabischen Quellen ins Deutsche übersetzt. Somit wird in diesem Buch eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sowie zwischen Theorie und Praxis geschlagen.
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ʾiǧmāʿ und Globalisierung – Praktikabilität und Wandelbarkeit des islamischen Konsensusprinzips in der Gegenwart

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Einleitung

Obwohl die Scharia in ihrer klassischen Gestalt als eigenständiges Rechtssystem erheblich an Bedeutung verloren hat – in den meisten islamischen Ländern der Gegenwart tritt sie hinter staatlich kodifiziertes Recht zurück und kann, wenn überhaupt, nur indirekt und in Teilbereichen Geltung beanspruchen – hat sie nach wie vor eine praktische Bedeutung für viele Muslime in der islamischen wie auch zunehmend in der nicht-islamischen Welt. Insoweit stellt sich die Frage nach dem hermeneutischen Instrumentarium, das in einer separaten rechtsmethodologischen Disziplin, den ʾuṣūl al-fiqh, im Detail behandelt wird. Nicht nur das in den furūʿ-Werken der vormodernen Juristen herausgearbeitete materielle Recht, sondern auch die Methoden der Ableitung sind angesichts neuer Herausforderungen der Moderne in Bezug auf ihre praktische Anwendbarkeit zu hinterfragen. Dies gilt nicht zuletzt für das in der ʾuṣūl-Wissenschaft ausführlich beschriebene und diskutierte Konsensusprinzip (ʾiǧmāʿ), demzufolge aus Koran und Sunna abgeleitete Bestimmungen grundsätzlich als verbindlich gelten.

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