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Zwischenevaluierung des Glücksspielstaatsvertrags

Beiträge zu den Symposien 2014 und 2015 der Forschungsstelle Glücksspiel

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Edited By Tilman Becker

Dieser Konferenzband vereint die Beiträge der Symposien 2014 und 2015 der Forschungsstelle Glücksspiel. Schwerpunkt beider Veranstaltungen war die Bewertung des Glücksspieländerungsstaatsvertrags, der zum 1. Juli 2012 in Kraft getreten war. Referenten verschiedener Fachdisziplinen erörterten zentrale Anliegen des Vertrages, etwa den Spielerschutz oder Responsible Gambling. Weitere Themen betrafen u.a. aktuelle Entwicklungen zum Online-Glücksspiel bzw. die Einrichtung einer Glücksspielkommission.
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Bundesrechtliche Regulierung aller öffentlichen Glücksspiele – Alternativmodell Bundes-Glücksspielgesetz

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1.  Forum aleatorium

1.1  Die Szenerie

Ronald Reicherts heutige, ebenso faktenreiche wie leidenschaftliche Abrechnung mit dem desolaten Status quo des Glücksspielrechts in Deutschland hat bei mir einige biographisch bedingte Assoziationen geweckt: Zum einen an die heroische Figur des „Orlando furioso“ aus dem vor 500 Jahren erschienenen gleichnamigen Ritter-Versepos des Ludovico Ariosto, Ferrareser Hofdichter der Herzöge d’Este. Ariost war Humanist durch und durch, sein „Rasender Roland“ (oder doch: Ronald?) ist über die Jahrhunderte eines der prägendsten Werke der Weltliteratur geblieben, dessen Spuren sich beispielsweise in Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ nachweisen lassen. Ronald Reichert zähmt beharrlich und mit langfristigem Erfolg die Widerspenstigen im Glücksspielrecht, und anders als bei Ariosts Orlando, der wegen seiner Liebe zur schönen Prinzessin Angelica den Verstand verliert, bis dieser (Orlandos Verstand) dann vom englischen Prinzen Astolfo auf dem Mond in einer Flasche wiedergefunden wird, sind nicht wenige Kenner der Materie überzeugt, dass jene Suche im Falle der Verfechter des Glücksspielstaatsvertrags möglicherweise noch nicht glücklich beendet ist. Wem das in einem bedauerlicherweise traditionell ideologiebelasteten Umfeld ketzerisch dünkt, den will ich angesichts von Reicherts Bestandsaufnahme auf den großen Renaissance-Philosophen, Häretiker und Dichter Giordano Bruno verweisen: „Wenn es nicht wahr ist, ist es gut ← 169 | 170 → erfunden.“1 Man könnte meinen, ein so blamables Gesetz könne nicht (dauerhaft) wahr sein und müsse als Musterfall schlechter Gesetzgebung gut erfunden sein, doch weit gefehlt. Indes – und damit will ich meinen Assoziationsfaden...

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