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Die Geschäftsführung in der deutschen GmbH und der norwegischen AS

Eine rechtsvergleichende Betrachtung

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Pierre-André Brandt

Ausgehend von einer immer enger werdenden wirtschaftlichen und rechtlichen Verknüpfung Europas betrachtet der Autor die rechtliche und wirtschaftliche Verflechtung zwischen Deutschland und Norwegen. Das Buch setzt sich mit der rechtlichen Gestaltung der Geschäftsführung in der deutschen GmbH und der norwegischen Aksjeselskap auseinander. Hierbei vergleicht der Autor die jeweiligen gesetzlichen Regelungsmechanismen beider Länder und gibt einen Einblick in das norwegische Gesellschaftsrecht.
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Kapitel 2 Überblick über die norwegische Aksjeselskap

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§ 1 Entstehung und Entwicklung des Aksjeloven

Das norwegische Kapitalgesellschaftsrecht kannte bis zum Jahre 1996 nur eine Form der Kapitalgesellschaft, die Aksjeselskap.29 Erst im Zuge der Reform des Kapitalgesellschaftsrechts im Jahr 1997 wurde das damals geltende Kapitalgesellschaftsrecht in das Aksjeloven und in das Allmennaksjeloven30 aufgeteilt, so dass es erstmals eigene Gesetze für die Allmennaksjeselskap (ASA) und die Aksjeselskap gab.31 Hierbei orientierte sich der norwegische Gesetzgeber insbesondere am Aufbau und der Struktur des deutschen Aktien- und GmbH-Gesetzes.32 Die Aksjeselskap ähnelt der deutschen GmbH und sonstigen personalistisch geprägten Kapitalgesellschaften, wobei die Allmennaksjeselskap das norwegische Pendant zur AG darstellt. Beide Gesetze sind strukturell gleich aufgebaut und stimmen insbesondere im Hinblick auf die Gesellschaftsorgane und ihre Funktionen inhaltlich überein. Das Aksjeloven 1997 ist am 1. Januar 1999 in Kraft getreten und ist das derzeit geltende Recht.33

Das geltende Aksjeloven lässt sich auf das Aksjeloven aus dem Jahr 1910, mit grundlegenden Reformen in den Jahren 1957 und 1976, zurückführen.34 Nach der großen Reform im Jahr 1996 wurde im Juli 2010 der Rechtsanwalt Gudmund Knudsen damit beauftragt, das norwegische Kapitalgesellschaftsrecht wettbewerbsfähiger zu gestalten, um angesichts des immer stärker ineinandergreifenden europäischen Binnenmarktes und des daraus folgenden Wettkampfs der Rechtsordnungen konkurrenzfähig zu bleiben.35 Im Zuge der durch die Rechtsprechung des EuGH zur Niederlassungsfreiheit ergangenen Urteile hatten sich in Norwegen – ebenso wie in Deutschland – die Rahmenbedingungen für den Zuzug ← 9 | 10 → ausländischer Gesellschaftsformen grundlegend geändert.36 Obwohl Norwegen kein Mitglied der EU...

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