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Energetisches Regionalisieren

Transformationspraktiken der Energiewende am Beispiel der Biogaserzeugung

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Fabian Faller

Die Energiewende ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die räumlichen Aspekte dieser sozio-technischen Transformation sind Gegenstand der vorliegenden Studie, die sich auf die Bioenergieerzeugung im deutsch-luxemburgischen Grenzraum konzentriert. Inspiriert von der Praktikenforschung rücken routinierte und improvisierte soziale Handlungen der Betreiber von Biogasanlagen in den Mittelpunkt. Die Untersuchungsergebnisse decken die Routinen der Biogaserzeuger auf und zeigen, wie durch energetisches Regionalisieren die räumlichen Kontexte der Energiewende hervorgebracht und verändert werden. Damit rückt der Autor erstmals Praktiken der Energieerzeugung in den Forschungsfokus und legt zugleich einen innovativen Ansatz für deren Erforschung vor.
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2 Untersuchungsgegenstand und Stand der Forschung

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Die geographische Energieforschung, oder Energiegeographie, kam als Teilgebiet der Disziplin Mitte der 1960er Jahre hervor und erfuhr mit der ersten Ölkrise 1973 einen Bedeutungszuwachs (vgl. Hoare, 1979). Bis Mitte der 1990er Jahre entstanden umfassende Monographien über den Zusammenhang von Energie, Gesellschaft und Raum (Manners, 1966; Cottrell, 1970; Calzonetti/Solomon, 1985; Chapman, 1991). Nichtsdestotrotz schreibt Brücher vor wenigen Jahren von der „Vernachlässigung“ von und dem „mangelnde[n] Interesse“ (Brücher, 2009, 31) an Energiefragen in der geographischen Forschung, was auch Schüssler in seiner historiographischen Literaturanalyse der deutschsprachigen Energiegeographie bestätigt (Schüssler, 2009). Seit 2009 erlebt die Energiegeographie eine rasche Entwicklung. Dies wird in zwei bedeutenden Sonderheften zur Energiegeographie deutlich (Annals of the Association of American Geographers 101 – Energy: Zimmerer, 2011 Moravian Geographical Reports 22 – New trends and challenges for energy geographies: Frantál/Martin Pasqualetti, 2014), an diversen Neuerscheinungen und -auflagen von Monographien und Sammelbänden, die sich dem breiten Spektrum energiegeographischer Fragestellungen zuwenden (bspw. Brücher, 2009; Calzonetti, 2013; Coe/Jones, 2010; Nader, 2010; Schüssler, 2010) sowie an einer deutlichen Zunahme an explizit energiegeographischen Konferenzen (z. B. „Energy geographies in international perspective“ – 21./22.11.2014 in Bonn; vgl. Bridge et al., 2013).

Anfänglich standen in der Energiegeographie die Prozessketten der verschiedenen Subsysteme der Energiewirtschaft im Mittelpunkt (Brücher, 1997; 2010; Chapman, 1991). Mit der Etablierung des Forschungsfelds haben sich verschiedene empirische wie konzeptuelle Schwerpunkte entwickelt. Tabelle 2.1 gibt einen Überblick über diese, wobei bei den ausgewählten Beiträgen Erneuerbare Energien im Mittelpunkt stehen, da...

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