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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

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Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
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1 Einleitung

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Glücksspiele um Geld haben eine lange Tradition [Zollinger, 1997]. Berichte von Wetten auf Würfel, Karten sowie Pferderennen finden sich nicht nur in vielen geschichtlichen oder literarischen Werken der europäischen Länder [Petry, 2005, S. 4], sondern sind ein alter Bestandteil in fast jedem Kulturraum [Schwartz, 2006]. Genauso alt sind zum einen die Bemühungen aus dem Angebot dieser Spiele einen wirtschaftlichen Vorteil zu ziehen und zum anderen dieses Angebot aufgrund der damit einhergehenden Gefahren für Produktivität, Geld, Zeit und Körper zu beschränken [Zollinger, 1997].

Auch in der heutigen Zeit gelten Glücksspiele als regulierungswürdig. Der Grund ist die von ihnen ausgehende Gefährdung in Form der damit einhergehenden Begleitkriminalität, aber vor allem die Spielsucht mit ihren Folgen. Pathologische, also süchtige, Spieler weisen Exzesse im Spielverhalten auf, bei denen sie negative mittel- und langfristige Konsequenzen aufgrund der kurzfristigen Ausschüttung von Glückshormonen unbeachtet lassen. Die Folge ist finanzielle, geistige, soziale und emotionale Verarmung – eine Verarmung, die nicht nur eine persönliche Katastrophe des einzelnen Spielers und seiner unmittelbaren Umgebung ist, sondern wegen der Verbreitung des pathologischen Spielens ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt.

Die Grundproblematik ist dabei, dass Kosten und Nutzen aus dem Angebot von Glücksspielen auseinanderfallen: Die Anbieter streichen die Gewinne ein, kommen jedoch nicht oder nur in sehr geringem Maße für die Folgekosten der Spielsucht oder der Begleitkriminalität auf. Dies ist insbesondere deshalb problematisch, weil Spielsüchtige mit ihren hohen...

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