Show Less
Restricted access

Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

Series:

Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
Show Summary Details
Restricted access

3 Der Markt für Glücksspiele

Extract



Traditionell besteht der deutsche Glücksspielmarkt vor allem aus drei Segmenten: (1) dem Angebot des staatlichen Deutschen Lotto und Toto Blocks (DLTB), (2) dem Angebot der Spielbanken und (3) dem gewerblichen Automatenspiel. Während die ersten beiden Bereiche der Gesetzgebungskompetenz der Länder unterliegen, wird das gewerbliche Automatenspiel in der Gewerbeordnung geregelt und fällt damit in die Kompetenz des Bundes.

Glücksspiele im Offlinebereich werden seit längerer Zeit untersucht und ihre Marktgröße sowie die Marktstruktur sind durch die Untersuchung von Norman Albers [Albers, 1993], die Arbeiten des Bremer Glücksspielforschers Gerhard Meyer [Meyer, 2014a] sowie die Dissertation von Dietmar Barth [Barth, 2013] wohlbekannt. Für die gewerblichen Spielautomaten bieten besonders die Berichte des Arbeitskreises gegen Spielsucht e.V. einen detaillierten Einblick (vgl. [Trümper & Heimann, 2002] bis [Trümper & Heimann, 2010]). Eine stringente Darstellung von Marktanalyse und Marktstruktur, insbesondere unter Einbezug des noch jungen Onlineglücksspielmarktes, fehlt jedoch. In diesem Kapitel wird der Glücksspielmarkt im Gesamten sowie mit einem Schwerpunkt auf den Onlinebereich dargestellt und in seiner Struktur analysiert. Hierbei wird auch herausgearbeitet, dass die Onlineglücksspiele einen sehr komplexen Markt mit einer Vielzahl an Teilbereichen bilden und daher nicht „über einen Kamm geschoren“ werden sollten: auch auf dem Onlinemarkt unterscheiden sich Sportwetten grundlegend von Lotterien und ein Bingospiel grundlegend von einem Pokerspiel.

Bisherige Marktbetrachtungen gliedern den Markt nach Anbietern auf (zum Beispiel [Meyer, 2010] oder [Schmid & Börnsen, 2010]). Sie unterscheiden das Lotterieangebot des staatlichen DLTB, das...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.