Show Less
Restricted access

Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

Series:

Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
Show Summary Details
Restricted access

4 Pathologisches Glücksspielen als Grund für Markteingriffe

Extract



Seit Jahrhunderten bestehen in allen Teilen der Welt sehr starke Vorbehalte verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen gegenüber Glücksspielen [Zollinger, 1997]. Sie galten zum Beispiel bei den Habsburger Herrschern als Geld, Zeit, Geist und Körper bedrohend und im Islam auch heute noch als unproduktiv. Bis zu den 1980er Jahren wurde nur von einigen wenigen, insbesondere den „Gamblers Anonymous“, das problematische Spielen als Krankheit betrachtet [Reith, 2007, S. 11]. Erst im Rahmen der dritten Auflage des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-III) ist der Begriff des pathologischen Glücksspielens aufgetreten [Reith, 2007, S. 10]. Während zunächst von „Impulskontrollstörung“ die Rede war, fällt in der heutigen Diskussion immer häufiger der Begriff „Sucht“ [Reith, 2007, S. 10], welche aufgrund verschiedener Moralvorstellungen per se als „schlecht“ abgetan wird. Ein Ökonom hingegen sieht die Sucht unabhängig von Moralvorstellungen und als ein sinnvolles Verhalten – solange sie rational ist und kein Schaden für Dritte entsteht. Die Fragen nach der Rationalität von Glücksspielern und nach den Schäden für Dritte durch die Glücksspielsucht eines Individuums stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Bevor explizit auf sie eingegangen werden kann, wird in diesem Kapitel das Phänomen des pathologischen Glücksspielens näher beleuchtet.

Die Teilnahme an Glücksspielen kann bei einzelnen Individuen zu Exzessen ausarten und krankhafte Züge mit schweren Folgen annehmen. Liegt solch ein ausuferndes Spielverhalten vor, so wird von pathologischem Spielen gesprochen [Sobottka, 2007, S. 3]. In der Literatur finden...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.