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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

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Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
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6 Soziale Kosten und sozialer Nutzen von Glücksspielen

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[Glücksspiel] ist das Kind des Geizes, der Bruder des Lasters und der Vater des Verderbens. Es ist ein Laster, das alle möglichen Übel hervorbringt. […] Kurzum, nur wenige gewinnen durch diese abscheuliche Praktik, während Tausende geschädigt werden. George Washington, 1783, aus: The Writings of George Washington, Bd. 8 (1835).

Die Kosten von Glücksspielen werden oftmals gleichgesetzt mit den Folgen aus pathologischem Glücksspiel. Zwar geht die Glücksspielsucht regelmäßig mit Schäden einher. Allerdings sind Schäden und Sucht nicht deckungsgleich. So kann es zum Beispiel professionelle Pokerspieler geben, die zwar süchtig sind, aber kein oder so wenig Leid erfahren, dass es von den finanziellen Gewinnen überkompensiert wird. Auf der anderen Seite kann es auch Spieler geben, die zwar nicht als süchtig identifiziert werden, aber dennoch einen Schaden durch Glücksspiele haben. Und weiterhin kann es Personen geben, die gar nicht spielen und trotzdem Leid erfahren, wie die Angehörigen von pathologischen Glücksspielern.

Außerdem ist pathologisches Glücksspielen individuell unterschiedlich. Je nach Persönlichkeit, bevorzugtem Spiel und sonstigen Spielgewohnheiten können sich die Symptome eines Spielers und damit die Schäden stark voneinander unterscheiden. Entsprechend reicht es für die Wohlfahrtsbetrachtung von Glücksspielen nicht aus, anhand von Prävalenzforschung anzugeben, wie viele Personen spielsüchtig sind. Vielmehr gilt es zu messen, ob und in welchem Ausmaß durch Glücksspiele Schäden für eine Person bestehen [Svetieva & Walker, 2008, S. 161]. Dennoch wird...

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