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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

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Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
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8 Die Saldierung von sozialen Kosten und sozialem Nutzen von Glücksspielen

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In den vorangegangenen Kapiteln wurde die methodische Grundlage für die Messung der sozialen Kosten aus dem Glücksspielangebot in Deutschland gelegt. Die einzelnen Kostenbestandteile identifiziert und soweit möglich beziffert sowie anhand der Widerlegung der Rationalitätshypothese die partielle Relevanz privater Kosten für die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt abgeleitet. In diesem Kapitel folgt nun die Saldierung der einzelnen Kostenbestandteile zu einer Gesamtsumme. Dafür werden zunächst monetäre Umverteilungseffekte identifiziert, die zu identisch hohen Kosten wie Nutzen und damit einer „Bilanzverlängerung“ führen und daher bei einer Wohlfahrtsbetrachtung vernachlässigt werden können. Anschließend folgen Diskussionen zu dem Einfluss von Komorbiditäten auf die Zuordnung von Kosten zu verschiedenen Krankheitsbildern sowie zur Bedeutung des Analyseszenarios, in dem der Wohlfahrtseffekt von Glücksspielen gemessen wird. In der Mitte des Kapitels folgt die Saldierung von Kosten und Nutzen unter der Annahme vollständiger Rationalität, wodurch eine Vergleichsbasis mit anderen auf dieser Annahme basierenden Studien geschaffen wird, sowie unter der Annahme von Teilrationalität, wodurch ein realistischeres Bild gezeichnet wird. Im nächsten Abschnitt wird aufgezeigt, wer welche Kosten zu tragen hat und wer welchen Nutzen zieht, so dass die Anreize der involvierten Parteien offenbar werden. Im Anschluss erfolgt eine Kritik an der Berechnung von sozialen Kosten von Glücksspielen, welche die Grenzen der Aussagekraft der Ergebnisse aufzeigt. Hierauf folgt die Vorstellung verschiedener alternativer quantitativer Bewertungsinstrumente für Glücksspiele.

8.1 Die Bedeutung des Analyseszenarios

Bei der Angabe von sozialen Kosten oder Wohlfahrtseffekten...

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