Show Less
Restricted access

Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

Series:

Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
Show Summary Details
Restricted access

9 Qualitative Beurteilungskriterien für Glücksspiele

Extract



Im vorangegangenen Kapitel wurde der Wohlfahrtseffekt von Glücksspielen berechnet und zugleich die Limitierungen der Ergebnisse dargelegt. Zwar verbleibt eine gute Aussagekraft. Um der Kritik zu begegnen, wurden dennoch im Anschluss ergänzende quantitative Bewertungsmethoden von Glücksspielen entwickelt. In diesem Kapitel werden nun zusätzlich qualitative Kriterien zur Bewertung von Glücksspielen abgeleitet. Zusammen erlauben die verschiedenen quantitativen und qualitativen Evaluierungsparameter ein umfassendes und möglichst genaues Bild von der gesamtgesellschaftlichen Wirkung des Angebots von einzelnen Glücksspielformen zu zeichnen.

Für die qualitative Beurteilung sei zunächst auf das wesentliche Element von Glücksspielen hingewiesen: der Geldeinsatz. Das Geld übernimmt die Wirkung eines Verstärkers [Sobottka, 2007, S. 3], ohne den eine Erregungssteigerung [Anderson & Brown, 1984] und die psychotrope Wirkung von Geldspielen nicht gegeben wäre [Meyer & Bachmann, 2005]. Ein Glücksspiel ohne Geldeinsatz und Gewinnmöglichkeit von Geld würde demnach jegliches Suchtpotential und (fast) jeglichen Reiz verlieren und bedarf daher auch keiner Regulierung. Doch wenn ein Geldeinsatz verlangt wird, so hängt die Wirkung von Glücksspielen maßgeblich von der Ausgestaltung des Spiels ab.

Bevor auf die unterschiedliche Ausgestaltung von Glücksspielen und ihrer Wirkungsweise eingegangen wird, sei zunächst noch der Anreiz der Industrie zum Spieldesign beschrieben. Die Glücksspielanbieter entwerfen ihre Produkte wie jedes andere Unternehmen nach dem Gewinnmaximierungsprinzip.206 Hierzu maximieren die Anbieter das Produkt aus einbehaltenen Einsätzen und der Anzahl der Spieler. Die grundlegende Schwierigkeit, vor der die Anbieter dabei stehen, ist, dass...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.