Show Less
Restricted access

Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und Jugoslawien

Zeitungsstrukturen und politische Schwerpunktsetzungen

Johann Böhm

Der Autor stellt den Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien in der Zwischenkriegs- und Kriegszeit dar. Er nennt repräsentative Journalisten der erwähnten deutschen Volksgruppen, die es mit ihren Berichten und Kommentaren meisterhaft verstanden, den Kampf um die Macht, die Machtergreifung sowie Ausbau und Sicherung der Macht der NS-Erneuerungsbewegung salonfähig zu machen. Der Autor legt die historischen Sachverhalte und Ereignisse, die bestimmenden Personen und die wichtigsten Einrichtungen im Pressewesen während der Hitler-Diktatur nach Möglichkeit zeitungskundlich fest. Es wäre tief bedauerlich und unverantwortlich, wenn die Sorgen dieser deutschen Volksgruppen nach 1945 die Erfahrungen mit der gleichgeschalteten Presse allzu schnell vergessen ließen.
Show Summary Details
Restricted access

II. Gleichschaltung der deutschen Presse in Rumänien durch Volksgruppenführer Andreas Schmidt ab September 1940

Extract

← 66 | 67 →

II. Gleichschaltung der deutschen Presse in Rumänien durch Volksgruppenführer Andreas Schmidt ab September 1940

Einleitende Worte

Gegen Ende der 1930er Jahre verloren die demokratischen und liberal-konservativen Kräfte der Deutschen in Rumänien zusehends an Einfluss. Im Jahr 1940 zeichnete sich ein Sieg der Nationalsozialisten immer deutlicher ab. Die Führung der liberal-konservativen Gruppe um Dr. Hans Otto Roth in Siebenbürgen und Dr. Kaspar Muth im Banat fürchtete um die Zukunft der unabhängigen bürgerlichen Presse. Weder sie, noch die Kirchen in Siebenbürgen und im Banat konnten Andreas Schmidt den Weg zum NS-Volksgruppenführer der Deutschen Volksgruppe in Rumänien versperren. Die liberal-konservative Presse, wie das Siebenbürgisch-Deutsche Tageblatt (SDT) und die Banater Deutsche Zeitung (BDZ), war machtlos. Als Andreas Schmidt am 27. September 1940 zum Volksgruppenführer von der Volksdeutschen Mittelstelle (VoMi) eingesetzt wurde, schlug der angestrebte Dialog fehl. Die oppositionellen Hauptschriftleiter der SDT und der BDZ und der anderen deutschen Vereins- und Lokalblätter suchten der Gleichschaltung zu entgehen, indem sie sich auf Kompromisse mit Andreas Schmidt einließen, der eine „Säuberung“ der deutschen Presse und Kultur angekündigt hatte.

Die berufliche Situation der Zeitungsredakteure nach Andreas Schmidts Ernennung zum Volksgruppenführer kann am Beispiel von Redakteuren unterschiedlicher Zeitungen rekonstruiert werden. Bis dahin vertraten diese unterschiedliche politische Richtungen. Eine explizite politische Ausrichtung der verschiedenen Blätter der NS-Erneuerungsbewegung157 und der ← 67 | 68 → liberal-konservativen Presse158 kam selten in Frage, weil die Redakteure...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.