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Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und Jugoslawien

Zeitungsstrukturen und politische Schwerpunktsetzungen

Johann Böhm

Der Autor stellt den Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen in Rumänien, Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien in der Zwischenkriegs- und Kriegszeit dar. Er nennt repräsentative Journalisten der erwähnten deutschen Volksgruppen, die es mit ihren Berichten und Kommentaren meisterhaft verstanden, den Kampf um die Macht, die Machtergreifung sowie Ausbau und Sicherung der Macht der NS-Erneuerungsbewegung salonfähig zu machen. Der Autor legt die historischen Sachverhalte und Ereignisse, die bestimmenden Personen und die wichtigsten Einrichtungen im Pressewesen während der Hitler-Diktatur nach Möglichkeit zeitungskundlich fest. Es wäre tief bedauerlich und unverantwortlich, wenn die Sorgen dieser deutschen Volksgruppen nach 1945 die Erfahrungen mit der gleichgeschalteten Presse allzu schnell vergessen ließen.
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III. Pressewesen der Deutschen Volksgruppe in Ungarn von 1933 bis 1944

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III. Pressewesen der Deutschen Volksgruppe in Ungarn von 1933 bis 1944

Einleitung

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges besaßen die Deutschen in Ungarn, die im Rahmen des großen Wiederaufbauprogramms der Habsburger 1712 unter Karl VI. (1685–1740) und Maria Theresia (1740–1780) in die verwüsteten Gebiete, die nach der Schlacht von Mohács (1526) nicht mehr bebaut worden waren, angesiedelt wurden, kein ausgeprägtes Pressewesen wie die Siebenbürger Sachsen. Da die deutschen Intellektuellen zum größten Teil magyarisiert waren, hatten sie kein Interesse, eine eigene deutsche Führung und ein Programm zur Herausbildung einer politisch geschlossenen Volksgruppe anzusteuern. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts kann man erste Versuche zum Aufbau einer eigenen Organisation feststellen, der allerdings nach 1918 eine fest gefügte Führung fehlte. Die wenigen Persönlichkeiten, die sich für eine geschlossene „Volksgemeinschaft“ – nach dem Vorbild der Siebenbürger Sachsen1 – einsetzten, stießen auf den Widerstand des assimilierungsbereiten deutschstämmigen Klerus. Da das Bürgertum schon weitgehend magyarisiert war, zeigte es kein Interesse, sich für die Geschlossenheit der Schwaben einzusetzen. Jakob Bleyer2 war es, der sich die Aufgabe stellte, dem abzuhelfen. In einem Programm von 1917 verlangte er die Rückgabe der deutschen Schulen, die den Deutschen durch das Aponnyische Gesetz von 1907 genommen worden waren. Er verzichtete jedoch darauf, die bereits magyarisierten deutschen Intellektuellen wieder für die Deutschen zu gewinnen, weil er hier großen Widerstand seitens der ungarischen ← 163 | 164 → Regierung...

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