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Die Commedia dell’arte im Theater des 20. Jahrhunderts

Veit Bessenbacher

Thema des Buches ist die Commedia dell’arte und ihre Bedeutung im 20. Jahrhundert. Veit Bessenbacher beschäftigt die Weitergabe von Harlekins Narrenpritsche an Zirkus und Slapstick-Comedy. Außerdem kommt die Wiederbelebung dieser italienischen Theaterform im europäischen Regietheater zur Sprache. Darüber hinaus widmet sich der Autor dem Einfluss der Commedia dell’arte auf das zeitgenössische deutschsprachige Drama. Dabei untersucht er zehn Dramen – vom frühen 20. Jahrhundert bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts – hinsichtlich darin vorkommender Commedia dell’arte-Elemente. Das Buch schließt mit einem kurzen Ausblick auf die Zukunft der Commedia dell’arte.
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IV. Zusammenfassung und Ausblick

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Die Commedia dell’arte bietet einen Pool für ästhetische, historische und politische Zusammenhänge. Als historisches Stilzitat ist sie offen für die jeweils aktuelle Geschichte, die sich in den Figuren und ihrer inhärenten Potenz des unmittelbaren Agierens und Reagierens auf Zeitphänomene äußert. Dabei gehen die drei Faktoren ästhetisch, historisch und politisch eine Symbiose ein, die offensichtlich nicht völlig aufzulösen ist. Vor allem das revolutionäre russische Theater macht Gebrauch von Commedia dell’arte-Elementen, die es für seine Anliegen instrumentalisiert. Es übersetzt die Geschichte der Commedia dell’arte ins unmittelbare “Jetzt” und macht sie fruchtbar für politische Agitation, die ihren Antrieb aus der Improvisation erhält. Mehr einer historisierenden Ästhetik zugewandt ist das Regieschaffen Max Reinhardts, wiederum mehr politisch motiviert sind die Anfänge der Regiearbeit Giorgio Strehlers und in Frankreich überwiegt die Aura einer neuen Ästhetik in den Arbeiten von Ariane Mnouchkin mit ihrem “Théâtre du Soleil”. Ebenso einer neuen Ästhetik verpflichtet ist in England Edward Gordon Craig mit der Idee der “Übermarionette”. Diese generellen Rezeptionsmuster ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Regietheater des 20. Jahrhunderts. Dabei geht die Rezeption der Commedia dell’arte Hand in Hand einher mit theaterreformatorischen Intentionen von Regisseuren und Autoren. Auch die Welt des absurden Theaters von Wolfgang Hildesheimer spielt mit Versatzstücken aus dem Fundus der Commedia dell’arte, um sein ästhetisches Programm besser über die Rampe zu bringen. Es zeigt sich immer wieder, wie nützlich das Erbe der Commedia dell’arte für das Spiel...

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