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Nach Wien!

Sehnsucht, Distanzierung, Suche"- </I>Literarische Darstellungen Wiens aus komparatistischer Perspektive

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Norbert Bachleitner and Christine Ivanovic

«Nach Wien!» – der Titel des vorliegenden Bandes gibt das Echo der Großstadtsehnsucht von Čechovs Drei Schwestern mit einem Augenzwinkern wieder und hat dabei zugleich den Ernst der Lage derjenigen im Blick, für die Wien im symbolischen Sinn die Bewahrung ihrer kulturellen Identität und im pragmatischen Sinn das Überleben bedeutete. Die Beiträge fokussieren auf Darstellungen der Stadt aus der Distanz, auf meist erst im Nachhinein festgehaltene Wahrnehmungen, Erfahrungen, Einschätzungen vorübergehender BewohnerInnen oder BesucherInnen Wiens. Sie haben einen Teil ihres Lebens hier verbracht, bevor sie die Stadt verließen, oder sie sind Durchreisende gewesen, die sich nur für einige Zeit hier aufgehalten haben: Fremde eher als Einheimische, StudentInnen oder AutorInnen, Bildungsreisende und PauschaltouristInnen, MigrantInnen und Arbeitssuchende, nicht zuletzt Displaced Persons und HeimkehrerInnen aus der Emigration.
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Nach Wien! Sehnsucht, Distanzierung, Suche. Zur Einführung

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← 6 | 7 →Norbert Bachleitner / Christine Ivanovic

„… das zu Erreichende hieß Wien.“Paul Celan

„Nach Wien!“ – der Titel des vorliegenden Bandes gibt das Echo der Großstadtsehnsucht von Čechovs Drei Schwestern mit einem Augenzwinkern wieder und hat dabei zugleich den Ernst der Lage derjenigen im Blick, für die Wien im symbolischen Sinn die Bewahrung ihrer kulturellen Identität und im pragmatischen Sinn das Überleben bedeutete. Die Beiträge fokussieren nicht auf Texte aus Wien, sondern auf Darstellungen der Stadt aus der Distanz, auf meist erst im Nachhinein festgehaltene Wahrnehmungen, Erfahrungen, Einschätzungen vorübergehender BewohnerInnen oder BesucherInnen Wiens. Sie haben einen Teil ihres Lebens hier verbracht, bevor sie die Stadt verließen, oder sie sind Durchreisende gewesen, die sich nur für einige Zeit hier aufgehalten haben: Fremde eher als Einheimische, StudentInnen oder AutorInnen, Bildungsreisende und PauschaltouristInnen, MigrantInnen und Arbeitssuchende, nicht zuletzt Displaced Persons und HeimkehrerInnen aus der Emigration. In ihren Darstellungen nehmen sie Wien rückblickend oder erwartungsvoll in den Blick und verfassen Erinnerungen oder Imaginationen der Stadt – wie und als was? Als Sehnsuchtsort einer verlorenen Zeit oder als zauberhafte Destination? Voller Gram als Ort des eigenen Ausgeschlossenwerdens oder in der Sehnsucht, hier anzukommen? Entmutigt oder mit Hochmut, sympathiegetragen oder abschätzig? Es sind ephemere und nur allzu oft emotionsgesättigte Wienbilder, die da aus der Distanz heraus entstehen, weit mehr Repräsentationen der mit der Stadt assoziierten Wunschvorstellungen oder der hier erfahrenen und immer noch schmerzenden Versehrungen als nüchterne Bestandsaufnahmen der stetigen...

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