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Robert Gilbert

Eine zeitgeschichtliche Biografie

Christian Walther

Erstmals wird in dieser Biografie das Leben Robert Gilberts an Hand des Nachlasses und einer Vielzahl weiterer Quellen nachgezeichnet. Sein Werk kennt fast jeder, seine Person fast niemand: Der außergewöhnliche Liedtexter und Lyriker hat mit so gegensätzlichen Komponisten wie Werner Richard Heymann («Das gibt’s nur einmal») und Hanns Eisler («Stempellied») gearbeitet. Im Wiener Exil schrieb er als «Tarner Brother», in Paris befreundete er sich mit Hannah Arendt, in New York kämpfte er ums Überleben. Er wandelte sich vom KPD-Sympathisanten zum Antikommunisten. 1949 kehrte er nach Europa zurück und arbeitete mit Erich Kästner für das Münchner Kabarett Die kleine Freiheit. Es folgte eine Karriere als Übersetzer amerikanischer Musicals wie My Fair Lady.
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IX. Privates

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IX.  Privates

Das familiäre Umfeld

Für einen Mann, der 1899 geboren ist, sind die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts auch die eigenen 70er Jahre. Bis 1973 erweist sich Gilbert dabei als nahezu unverändert produktiv, übersetzt nacheinander Canterbury Tales (Geschichten aus Canterbury) und Cabaret, – beide kommen 1970 heraus -, dann Zorba (1971), Carousel (1972 in Wien, erst 1995 in Hagen), Godspell (gemeinsam mit Norman Foster, 1972 in der Hauptkirche St. Petri in Hamburg) und schließlich Oklahoma! (am 24. August 1973 erstaufgeführt in der Münsterland-Halle, 1978 die DDR-Premiere in Erfurt und erst 1982, nach Gilberts Tod, in einer Produktion am Theater des Westens in Berlin). Der Lyrikband Mich hat kein Esel im Galopp verloren war 1972 erschienen. Nach 1973 und bis zu Gilberts Tod am 20. März 1978 sind keine weiteren Werke verzeichnet852.

Gilberts Eltern sind längst tot. Sein Vater Max war 1942 in Buenos Aires gestorben – sie hatten sich wahrscheinlich zuletzt 1933 in Wien gesehen. Gilberts Mutter, Rosa Winterfeld, war in den 50er Jahren wohl zuerst auf Besuch und später dauerhaft nach Muralto gezogen. Sie hatte – seit 1924 von Jean alias Max geschieden – nach der Emigration in den USA gelebt. Doch die Mutter hat psychische Probleme, und der Sohn muss sich um sie kümmern.

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