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Regulierung des Hochfrequenzhandels in US- und EU-Aktienmärkten

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Pierre Zickert

Der Autor erläutert finanzwissenschaftlich die Funktion des Hochfrequenzhandels und beweist juristisch, dass dieser keine Gefahr für die Finanzmärkte der USA und EU darstellt. Er stellt dar, wie Erkenntnisse in der Finanzmathematik, Technologiefortschritte und Regulierungsmaßnahmen zur Wettbewerbsförderung den Hochfrequenzhandel entstehen ließen. Darauf aufbauend analysiert er, ob der Hochfrequenzhandel die Finanzmarktstabilität gefährdet und ob er dem Manipulations- oder Insiderhandelsverbot unterliegt. Dieses Buch zeigt auf, dass der Hochfrequenzhandel klassische Finanzintermediationsgeschäfte betreibt, keine Gefahren unmittelbar verursacht und fälschlicherweise mit Problemen assoziiert wird, die auf der Marktfragmentierung beruhen.
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D. Finanzmarktstabilität | Ist diese ausreichend vor HFT geschützt?

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Nach der Betrachtung der Entstehung des Hochfrequenzhandels stellt sich die Frage, ob ein solcher in den USA und der EU ausreichend reguliert wird, um den Gefahren, wie Orderfluten oder außer Kontrolle geratenen Handelsalgorithmen wirksam zu begegnen. Sollte dem nicht so sein, stellt sich die Folgefrage, mit welchem Regulierungsinstrument dem entgegenzutreten ist. Hierzu werden im Folgenden die Mechanismen zur Gewährleistung der Systemstabilität, der Volatilitätskontrolle und Liquiditätssicherung betrachtet. Davon ausgehend wird erörtert, inwieweit diese Mechanismen ausreichend sind und wie diese verbessert werden können.

I. Systemstabilität der Handelsplätze

Das in Folge des Hochfrequenzhandels sprunghaft gestiegene Handelsvolumen und die sprunghaft gestiegene Orderanzahl haben die Handelsplätze regelrecht überrollt. Der Matching-Prozessor von Nasdaq verarbeitete beispielsweise im Juni 2010 täglich durchschnittlich 1 Milliarde Order oder 13 Gigabyte.371 Hierbei handelt es sich auch nur um die Daten eines Handelsplatzes und einer Finanzinstrumentenklasse, wodurch die Dimension der heutigen Datenflut deutlich wird.372 Dies lässt erahnen, wie stark die Gefahr zunimmt, dass die Handelsplätze unter diesen Fluten zusammenbrechen und der geordnete Handel gänzlich ausfällt. Diese Befürchtungen sind nicht unbegründet wie jüngste Systemausfälle belegen: (1) Facebook IPO vom 18. Mai 2012 führt zum Zusammenbruch der Nasdaq; (2) Störung des NYSE-Matching-Prozessors in 216 Instrumenten am 12. November 2012; oder (3) die dreistündige Handelsunterbrechung der Nasdaq aufgrund von Verzögerungen in der Emittierung von Handelsdaten am 22. August 2013.373 Der Schaden resultiert in solchen Marktmomenten aus...

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