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Regulierung des Hochfrequenzhandels in US- und EU-Aktienmärkten

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Pierre Zickert

Der Autor erläutert finanzwissenschaftlich die Funktion des Hochfrequenzhandels und beweist juristisch, dass dieser keine Gefahr für die Finanzmärkte der USA und EU darstellt. Er stellt dar, wie Erkenntnisse in der Finanzmathematik, Technologiefortschritte und Regulierungsmaßnahmen zur Wettbewerbsförderung den Hochfrequenzhandel entstehen ließen. Darauf aufbauend analysiert er, ob der Hochfrequenzhandel die Finanzmarktstabilität gefährdet und ob er dem Manipulations- oder Insiderhandelsverbot unterliegt. Dieses Buch zeigt auf, dass der Hochfrequenzhandel klassische Finanzintermediationsgeschäfte betreibt, keine Gefahren unmittelbar verursacht und fälschlicherweise mit Problemen assoziiert wird, die auf der Marktfragmentierung beruhen.
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F. Betrug & Marktmissbrauch | Ist HFT als ein solcher zu qualifizieren?

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Das Unbekannte, das den Hochfrequenzhandel umgibt, erzeugt Misstrauen und den Verdacht marktmissbräuchlicher Aktivitäten, was sich durch einzelne Strafverfahren zu bestätigen scheint.486 Es stellt sich in rechtlicher Hinsicht die Frage, inwieweit die Regulierungsrahmen der USA und EU ausreichend sind, um den etwaigen berügerischen und marktmissbräuchlichen Aktivitäten zu begegnen. Ferner werden Hochfrequenzhändler als Parasiten des Marktes wahrgenommen, welche aus jedem Handel einen kleinen Gewinn saugen und sich die rechtliche Frage stellt, ob ein solches Verhalten betrügerisch oder missbräuchlich ist oder sein sollte. Im Folgenden soll der Hochfrequenzhandel hinsichtlich des Verstoßes gegen das Insiderhandel- und Marktmanipulationsverbot untersucht werden sowie etwaige Verstöße durch einen parasitären Handel erörtert werden.

I. Insiderhandel

Hochfrequenzhändler erhalten durch auf sie zugeschnittene Lösungen wie Kollokationsdienste (co-location services) und direkten Hochgeschwindigkeitsmarktdatenströmen (proprietary data feeds) Informationen früher als andere Marktteilnehmer.487 Der Geschwindigkeitsvorsprung der Hochfrequenzhändler ist dabei so groß, dass diese in Momenten, in welchen die Informationen noch nicht einmal anderen Marktteilnehmern zugegangen sind, bereits auf Grundlage dieser handeln können. In rechtlicher Hinsicht stellt sich hierbei die Frage, ob durch diesen „privilegierten“ Informationszugang, nicht eine sanktionswürdige Informationsasymmetrie gegeben ist oder ob es sich lediglich um eine Neid hervorrufende Reaktionsasymmetrie handelt.

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