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Wissenschaft und globales Denken

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Edited By Franz Gmainer-Pranzl and Angela Schottenhammer

Ökonomische Dynamiken, politische Transformationen, internationale Vernetzung sowie die Kommunikation durch neue Medien sind Indikatoren einer «Globalisierung», die heute viele Bereiche des Lebens erfasst. Doch bedeutet eine solche Expansion und Internationalisierung wirtschaftlicher Prozesse, technischer Entwicklungen und politischer Ordnungen, dass «globales Denken» als (selbst)kritischer Diskurs zum Tragen kommt? In kritischem Kontrast zu Globalisierungsstrategien fragen die Beiträge dieses Bandes danach, inwiefern der Bezug auf globale Zusammenhänge die gewohnten Zugänge und Methoden der Wissenschaft herausfordert und verändert. Nicht «Globalisierung» als Erfolgsstrategie, sondern «globales Denken» als kritischer Anspruch steht im Zentrum der Überlegungen dieses Tagungsbandes.
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Hybrides Persien: Globalisierung als Herausforderung für die iranische Gesellschaft

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1.   Identität, Nationalismus, Mimikry und Hybridität: Begriffserklärungen

Es ist im Rahmen einer philosophischen Auseinandersetzung stets von besonderer Wichtigkeit, Begriffe zu definieren, um möglichen Missverständnissen vorzubeugen.

So hat man es im Falle der persischen bzw. iranischen Geschichte nicht – wie bei westlichen Ländern – mit einer kontinuierlichen oder linearen Entwicklung zu tun, sondern mit sehr vielen Paradoxen, die zwar vor langer Zeit entstanden sind, jedoch bis heute Bestand haben und durch die „Globalisierung“ sogar zunehmen.

Wenn wir von einer „Nation“ bzw. deren „Nationalismus“ sprechen wollen, können wir den „Identitätsbegriff“ nur schwer vermeiden. Identität hat laut Golmohammadi zweierlei Bedeutungen: In erster Linie bezeichnet sie Gleichheit wie absolute Gleichtönigkeit. Zweitens bedeutet sie eine zeitabhängige Stabilität.1 Zunächst kann man die Identitätsfrage in unserem Sinne bzw. zu Gunsten unserer Analyse folgendermaßen definieren: eine Person oder Personengruppe, die eine bestimmte Erkenntnis oder Definition über sich selbst in Bezug auf die Frage „Wer bin ich?“ hat.2 Die häufigste Variante, wie Identitäten im sozialen Umfeld zustande kommen, ist der menschliche Austausch. Eine Person lernt über ihre eigene Identität als ein Mitglied der Gesellschaft, indem sie mit einer anderen Person in Austausch kommt.3 Zunächst kann man zwischen Identitätsbildung in traditionellen sowie in „modernen“ Gesellschaften unterscheiden. In traditionellen Gesellschaften werden aufgrund sozialer Faktoren einzelnen Menschen bestimmte Identitäten zugeschrieben, in den „modernen“ Gesellschaften aber dienen darüber hinaus noch weitere Faktoren der Identitätsbildung....

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