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Wissenschaft und globales Denken

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Franz Gmainer-Pranzl and Angela Schottenhammer

Ökonomische Dynamiken, politische Transformationen, internationale Vernetzung sowie die Kommunikation durch neue Medien sind Indikatoren einer «Globalisierung», die heute viele Bereiche des Lebens erfasst. Doch bedeutet eine solche Expansion und Internationalisierung wirtschaftlicher Prozesse, technischer Entwicklungen und politischer Ordnungen, dass «globales Denken» als (selbst)kritischer Diskurs zum Tragen kommt? In kritischem Kontrast zu Globalisierungsstrategien fragen die Beiträge dieses Bandes danach, inwiefern der Bezug auf globale Zusammenhänge die gewohnten Zugänge und Methoden der Wissenschaft herausfordert und verändert. Nicht «Globalisierung» als Erfolgsstrategie, sondern «globales Denken» als kritischer Anspruch steht im Zentrum der Überlegungen dieses Tagungsbandes.
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umbruch aufbruch. Kann Entwicklungsforschung global denken?

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„Das Thema der Globalität bricht mit Macht in die Wissenschaft herein“, so Franz Gmainer-Pranzl als Koordinator der Interdisziplinären Tagung „Wissenschaft und globales Denken“ an der Universität Salzburg. Lässt sich eine solche Aussage für den Bereich der Entwicklungsforschung, darüber hinaus auch für jenen der Entwicklungspolitik, bestätigen? Und wenn ja, was hat dies für Folgen? Eingeladen wurde ich, darüber nachzudenken, inwiefern der Bezug auf globale Zusammenhänge konkrete wissenschaftliche Disziplinen und Problemperspektiven herausfordert; dies will ich für den Bereich der Entwicklungsforschung hier versuchen.

Ich möchte zunächst thesenartig meine Einschätzungen dazu formulieren, ehe ich mich der Fragestellung in zweifacher Form näher zuwende: zuerst biographisch, dann exemplarisch. Nach einer biographischen Selbstbefragung werde ich Ergebnisse der 6. Österreichischen Entwicklungstagung, die unter dem Titel „umbruch aufbruch“ stand, darstellen und diskutieren. Zum einen ließe sich argumentieren, dass Entwicklungsforschung schon immer nichts anderes als Globalität untersucht hat und Entwicklungspolitik ein Feld ist, auf dem seit der Nachkriegszeit nichts anderes thematisiert wird, wider die Provinzialität und den Eurozentrismus des Welthandels und der Weltpolitik. Andererseits aber müssen sich auch Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik fragen, ob sie nicht selbst Träger des Eurozentrismus sind und Globalität in Denken und Handeln mehr verhindern als fördern. Ist das Themenfeld Entwicklung nicht eigentlich ein simulacrum, ein Bereich, in dem Globalität nur „als ob“ inszeniert wird, als Anspruch, der die eigentlichen Interessen verdecken soll? Zu beiden Thesen ließen sich...

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