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Wissenschaft und globales Denken

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Franz Gmainer-Pranzl and Angela Schottenhammer

Ökonomische Dynamiken, politische Transformationen, internationale Vernetzung sowie die Kommunikation durch neue Medien sind Indikatoren einer «Globalisierung», die heute viele Bereiche des Lebens erfasst. Doch bedeutet eine solche Expansion und Internationalisierung wirtschaftlicher Prozesse, technischer Entwicklungen und politischer Ordnungen, dass «globales Denken» als (selbst)kritischer Diskurs zum Tragen kommt? In kritischem Kontrast zu Globalisierungsstrategien fragen die Beiträge dieses Bandes danach, inwiefern der Bezug auf globale Zusammenhänge die gewohnten Zugänge und Methoden der Wissenschaft herausfordert und verändert. Nicht «Globalisierung» als Erfolgsstrategie, sondern «globales Denken» als kritischer Anspruch steht im Zentrum der Überlegungen dieses Tagungsbandes.
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„Theologie Interkulturell“ Überlegungen zu einer kritischen Theorie des Globalen

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„Eine ‚kritische Theorie‘ der Globalisierung gibt es nicht“, behauptet der Soziologe David Strecker – und differenziert diese Aussage sogleich wieder, um zu verdeutlichen, dass es sehr wohl unterschiedliche Globalisierungskonzepte gibt, „die diese Bezeichnung entweder für sich selbst beanspruchen oder aber als kritische Theorien der Vermehrung und Verdichtung weltweiter sozialer Beziehungen wahrgenommen werden“1. Für „Theologie Interkulturell und Studium der Religionen“ ist diese Anmerkung höchst bedeutsam, versteht sich doch dieses neue Forschungsgebiet2 als eine „kritische Theorie des Globalen“ oder zumindest als eine Disziplin, die ohne eine Theorie des Globalen nicht zu denken ist. Der Forschungsbereich bzw. das Fach „Theologie Interkulturell“ ist eine Konsequenz des Bezugs auf globale Entwicklungen und Wechselwirkungen. Die Genese dieser theologischen ← 55 | 56 → Disziplin3 ist ein exemplarischer Fall für die fruchtbare Wechselwirkung zwischen „Wissenschaft“ und „globalem Denken“ – was nicht heißt, dass das Potential dieser kreativen Reziprozität von Diskursivität und Globalität in Forschung und Lehre von „Theologie Interkulturell“ immer auf entsprechende Weise zur Entfaltung kommt. Entscheidend ist jedoch ein globalisierungstheoretisches Problembewusstsein, das der theologisch-interkulturellen Auseinandersetzung zukommt und immer wieder selbstkritisch im eigenen Diskurs präsent ist.

Bevor jedoch mögliche Ansätze einer theologisch-interkulturellen Theorie des Globalen zur Sprache kommen, stellt sich – noch dazu in einem interdisziplinären Wissenschaftskontext – die Frage, was mit „Theologie“ überhaupt gemeint ist. Schließlich machen Überlegungen zum Zusammenhang zwischen interkulturell orientierter Theologie und kritischen Globalisierungstheorien keinen Sinn, wenn die wissenschaftliche Bedeutung theologischen Denkens unklar ist oder überhaupt in Abrede gestellt wird.4 Ein zentrales...

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