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Wissenschaft und globales Denken

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Franz Gmainer-Pranzl and Angela Schottenhammer

Ökonomische Dynamiken, politische Transformationen, internationale Vernetzung sowie die Kommunikation durch neue Medien sind Indikatoren einer «Globalisierung», die heute viele Bereiche des Lebens erfasst. Doch bedeutet eine solche Expansion und Internationalisierung wirtschaftlicher Prozesse, technischer Entwicklungen und politischer Ordnungen, dass «globales Denken» als (selbst)kritischer Diskurs zum Tragen kommt? In kritischem Kontrast zu Globalisierungsstrategien fragen die Beiträge dieses Bandes danach, inwiefern der Bezug auf globale Zusammenhänge die gewohnten Zugänge und Methoden der Wissenschaft herausfordert und verändert. Nicht «Globalisierung» als Erfolgsstrategie, sondern «globales Denken» als kritischer Anspruch steht im Zentrum der Überlegungen dieses Tagungsbandes.
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Wissenschaft in der Spannung des Globalen

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Eigentlich ist es für die Wissenschaft nichts Neues, mit unterschiedlichen Auffassungen und Weltbildern konfrontiert zu sein. Egal, welchen Wissenschaftstypus oder welche Disziplin man betrachtet, immer stellt man fest, dass andere, neuere Einsichten und Erkenntnisse, Altes, bisher Bekanntes in Frage stellen, revidieren oder ergänzen. Es ist auch unstrittig, dass der raumzeitliche Kontext, in dem Wissenschaft betrieben wird, diese unmittelbar beeinflusst – und zwar grundlegend von Anfang bis Ende: hinsichtlich der Forschungsfrage, dem erkenntnisleitenden Interesse, der Methoden, der praktischen Umsetzung und der Interpretation der Ergebnisse. Zugleich ist Wissenschaft maßgeblich daran beteiligt, ein bestimmtes Weltbild zu prägen. Vielleicht betont Clifford Geertz deshalb so deutlich, dass das Denken und Forschen ein moralisch zu bewertender, sozialer Akt sei, dass man Verantwortung trägt, wenn man Wissenschaft treibt:

Es ist das Argument, dass das Denken ein ernsthaftes Unterfangen darstellt, weil es ein sozialer Akt ist und dass man deshalb dafür verantwortlich ist, wie für jeden anderen sozialen Akt. Vielleicht gilt dies hier [beim wissenschaftlichen Denken] sogar in besonderer Weise, denn auf lange Sicht ist es der folgenreichste aller sozialen Akte.1

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