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Die strafrechtliche Bewertung von Leveraged-Buyout-Modellen

Eine Risikoanalyse der Leveraged-Buyout-Modelle bei der GmbH und der Aktiengesellschaft

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Tobias Beckmann

Die Tätigkeit von Finanzinvestoren steht seit einigen Jahren vermehrt im Fokus der öffentlichen Diskussion. Auf der Suche nach neuen Anlageformen hat die Zahl der fremdfinanzierten Unternehmenskäufe insbesondere in den letzten Jahren stetig zugenommen. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem sog. Leveraged-Buyout, einem Finanzierungsinstrument zum Erwerb von Unternehmen mit dem Ziel, einen möglichst hohen Gewinn des investierten Geldes unter Ausnutzung des Leverage-Effektes (Hebeleffektes) zu erreichen. Der Autor stellt die betriebswirtschaftlichen und gesellschaftsrechtlichen Grundlagen von Leveraged-Buyout-Modellen zusammenfassend dar, um im Anschluss die strafrechtlichen Risiken solcher Finanzierungen für die handelnden Organe aufzuzeigen.
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1. Kapitel Einführung und Grundlagen

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A. Einleitung

Die Tätigkeit von Finanzinvestoren steht seit einigen Jahren vermehrt im Fokus der öffentlichen Diskussion, nicht zuletzt, weil ihre Aktivität im letzten Jahrzehnt auf dem deutschen Markt stark zugenommen hat.1 Hierbei liegt das Augenmerk unter anderem auf dem sogenannten Leveraged Buyout, einem Finanzierungsinstrument zum Erwerb von Unternehmen mit dem Ziel, einen möglichst hohen Gewinn (Rendite) des investierten Geldes unter Ausnutzung des Hebeleffektes (Leverage-Effekt) zu erreichen.2 Im Rahmen der sog. „Heuschrecken-“ oder „Kapitalismusdebatte“ wurde das oben genannte Anlageverhalten verurteilt. Tenor dieser Kritik: Die Finanzinvestoren betreiben durch den Erwerb von Unternehmen mittels Leveraged Buyout eine moderne Art der Ausbeutung.3 Auslöser war nicht zuletzt der Kauf von deutschen Unternehmen durch Finanzinvestoren mittels Leveraged Buyout, die der sog. „Old Economy“4 in Deutschland angehörten.5 Irritation löste hierbei vor allem das Agieren der Finanzinvestoren in den Unternehmen nach dem Erwerb mittels Leveraged Buyout aus.

Es entstand zum einen der Eindruck, dass bei dem Einsatz des Leveraged Buyout die Finanzierungslast zum Erwerb des Unternehmens von den Investoren in großem Umfang auf das gekaufte Unternehmen abgewälzt wurde, während sie gleichzeitig Gewinnausschüttungen in überdurchschnittlich hohem Umfang vornahmen und so die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens schwächten. Um diese wieder herzustellen, wurden Arbeitnehmer zu Lohnkürzungen veranlasst; Arbeitsplatzstreichungen waren die Folge.

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