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Werkwohnungen

Rechtsfragen

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Alexander Rech

Der Autor befasst sich mit rechtlichen Fragen des Werkwohnungswesens. Dabei stehen zunächst die jeweiligen Werkwohnungsarten im Mittelpunkt. Der Autor klärt bei Werkmietwohnungen Fragen nach den Anforderungen an das Dienstverhältnis, nach dem Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates sowie nach der Beendigung des Mietverhältnisses. Bei Werkdienstwohnungen geht der Autor auf die Gestaltungsmöglichkeiten der Wohnraumüberlassung ein und präsentiert eine Lösung für die rechtliche Einordnung der fortgeführten Wohnraumüberlassung nach Beendigung des Dienstverhältnisses. Er untersucht zudem Sonderfragen, die sich aus der Verknüpfung von Wohnraumüberlassung und Dienstverhältnis ergeben: unter anderem die Auswirkungen eines Betriebsüberganges und des Todes des Dienstberechtigten.
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1. Kapitel: Historie, Gegenwart und Zukunft

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§ 1 Historie

Werkwohnungen haben in der deutschen Geschichte eine lange Tradition. Mit Beginn der industriellen Revolution um das Jahr 1835 veränderte sich die Struktur des Arbeitsmarktes grundlegend.9 Die Industrialisierung führte zu einer Ablösung der Handarbeit hin zur maschinellen Arbeit. Dadurch stieg die Anzahl an unselbständigen Arbeitern, was unter anderem eine Trennung von Arbeits- und Wohnstätte mit sich brachte.10 Mit der fortschreitenden Industrialisierung ging ein Wachstum der Werke einher, das zu erhöhtem Personalbedarf führte. Die Unternehmer sahen sich deshalb gezwungen, Personal von außerhalb zu rekrutieren, weshalb der Bedarf an Wohnungen anstieg11 und die Nachfrage an (Werk-)Wohnungen das vorhandene Angebot um ein Vielfaches überstieg.12 Die immer größer werdende Wohnungsnot und der damit einhergehende Anstieg der Mietpreise war zugleich der wesentliche Auslöser der „sozialen Frage“13. Dass diese sozialen Missstände auch die Unternehmen jener Zeit beschäftigten, zeigt exemplarisch eine Stellungnahme der Essener Handelskammer aus dem Jahre 1870, in welcher der Mangel an Wohnungen als „wahre Kriminalität“ bezeichnet wurde.14 Die Unternehmer mussten sich in der Folgezeit eingestehen, dass die Wohnungsnot nur dann bewältigt werden kann, wenn sie selbst den Wohnungsbau fördern.15 Dieses Umdenken der Unternehmer spiegelt sich in der Entwicklung der Anzahl ← 21 | 22 → neu errichteter Werkwohnungen wider: Im Jahr 1873 wurden im Rahmen des privaten Werkwohnungsbaus 6.772 Wohnungen errichtet.16 Diese Zahl stieg im Jahr 1914 auf 94.02717 Einheiten an. Neben dem unmittelbaren Werkwohnungsbau etablierte sich nach dem Ende des Ersten Weltkrieges der werkgef...

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