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Johann Elias Schlegel im europäischen Kontext: Schlegel und Ludvig Holberg

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Inga Reske

Leben und Werk von Johann Elias Schlegel sind in höchstem Maße interkulturell und kosmopolitisch. Am Beispiel der persönlichen und literarischen Beziehung zum dänischen Frühaufklärer Ludvig Holberg thematisiert die Autorin die produktive Begegnung mit dem kulturell und literarisch «Fremden» bei Schlegel. Sie untersucht die Lustspiele und Komödienpoetiken der beiden Dichter sowie die Darstellung Holbergs in Schlegels kritischen und publizistischen Schriften, um die Bedeutung von Holbergs Einfluss auf Schlegels Weiterentwicklung als Lustspieldichter zu zeigen. Es wird deutlich, dass er in seinem dramatischen und theoretischen Werk nicht nur weit über Holberg, sondern insbesondere in seiner Kopenhagener Zeit auch über die Dramenpoetologie und -praxis der europäischen Aufklärung hinausgeht.
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2 Praxis – Einflüsse Holbergs in Schlegels Komödien

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2   Praxis – Einflüsse Holbergs in Schlegels Komödien

Ludvig Holbergs Komödienproduktion umfasst zwei Phasen: 1722 bis 1727 sowie 1748 bis 1754. Mit dem komischen Heldengedicht Peder Paars, seinem ersten poetischen Werk aus den Jahren 1719 bis 1720, empfiehlt Holberg sich als Komödiendichter für das Theater in der Lille Grønnegade in Kopenhagen, welches 1722 neu eröffnet wird. Dort werden von 1722 bis 1727 insgesamt 20 Komödien von Holberg uraufgeführt. 15 davon kommen von 1723 bis 1725 in drei Bänden unter dem Pseudonym Hans Mickelsen als Comoedier Sammenskrevne for Den nye oprettede Danske Skue-Plads heraus. Im Jahr 1731 erfolgt schließlich eine erweiterte Neuauflage der Komödien in fünf Bänden unter dem Titel Den Danske Skue-Plads. Diese wird 1753 und 1754 um zwei Bände ergänzt, die überwiegend neue Stücke aus der späten Phase von Holbergs Komödiendichtung enthalten. Ausschließlich als Einzeldruck erscheint im Jahr 1746 außerdem das bereits 1727 verfertigte und aufgeführte Stück Den Danske Comoedies Ligbegængelse.

Die Verbreitung von Holbergs Komödien in Deutschland erfolgt auf zwei Wegen: durch für die Aufführung sowie durch für den Druck bestimmte Übersetzungen. Die früheste Bekanntmachung Holbergs in Deutschland wird von der germanistischen Forschung Johann Christoph Gottsched zugeschrieben, der in den 1740er Jahren drei ins Deutsche übersetzte Komödien in der Deutschen Schaubühne abdruckt.39 Die skandinavistische Forschung zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild....

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