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Wettbewerbspolitische Aspekte des «Amazon-Falls»

Analyse der ökonomischen Auswirkungen horizontaler und vertikaler Beschränkungen unter Berücksichtigung der Charakteristika von Onlinemärkten

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Karoline Henrike Köhler

Selten hat ein wettbewerbspolitischer Fall so viel Interesse und Kontroversen hervorgerufen wie der E-Book-Fall rund um Amazon, bei dem führende Verlage und große Unternehmen wie Apple involviert sind. Doch dieser spiegelt nur eine von vielen unternehmerischen Vorgehensweisen Amazons wider.
Der Kern dieses Werkes stellt die wettbewerbspolitischen Vorwürfe gegenüber Amazon systematisch dar und würdigt diese auf der Basis ökonomisch-theoretischer Überlegungen. Die Analysen offenbaren dabei die ökonomischen Besonderheiten von Onlinemärkten und berücksichtigen die wachsende ökonomische Bedeutung mehrseitiger Märkte.
Die Untersuchungsergebnisse geben eine Antwort auf die sich aus der aktuellen Medienbrisanz um Internetplattformen ergebende Frage, ob «Amazon as the Next Google» einzuordnen ist. Darüber hinaus bewertet die Autorin Ansätze zur Ausgestaltung einer wettbewerbspolitischen Regulierung von Internetplattformen wie den More Technological Approach oder die Implementierung einer eigenen Regulierungsbehörde.
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4 Darstellung und ökonomische Beurteilung wettbewerblicher Beschränkungen

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4.1 Wettbewerbspolitische Beurteilung horizontaler und vertikaler Wettbewerbsbeschränkungen durch Kartellverhalten und kollusive Absprachen

4.1.1 Explikation der Kartelllösung und Deskription kartellstabilisierender Determinanten

Im Rahmen von Kartellen koordinieren sich Wettbewerber über den Einsatz eines oder mehrerer Aktionsparameter, wonach unter anderem Preiskartelle, Mengen- beziehungsweise Quotenkartelle, Konditionenkartelle, Produktionskartelle969 und Submissionskartelle unterschieden werden können.970 Entsprechende Absprachen zu dem Parametereinsatz werden im Rahmen von schriftlichen oder mündlichen Kartellverträgen getroffen, sodass ein derartiges Vorgehen auch als explizite Kollusion (explicit collusion) bezeichnet wird.971 Alternativ können aber auch aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen im Sinne des Kartellverbots in Form einer impliziten Kollusion von Unternehmen vorgenommen werden.972 Diese nichtvertraglichen Verhaltensabstimmungen treten dabei insbesondere dann auf, wenn kartellrechtliche Verträge wie im Falle von Preisen, Mengen oder Marktaufteilungen nicht ← 133 | 134 → erlaubt sind.973 Allerdings geht mit diesen Verhaltensabstimmungen auch keine rechtliche Bindung einher, sodass Schwierigkeiten bei der Überwachung und Durchsetzung der nichtvertraglichen Abreden auftreten können.974 Eine andere Form der Verhaltensabstimmungen sieht die Koordination ohne explizite Abstimmung und gegebenenfalls auch ohne Bewusstsein über eine Koordination vor,975 was in der Industrieökonomik oftmals die Bezeichnung als tacit collusion oder conscious parallelism erfährt.976

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