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Werte im Literaturunterricht

Entwicklungspsychologische Grundlagen, professionelles Lehrverhalten, methodische Schritte zur Arbeit in heterogenen Gruppen

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Joachim Schulze-Bergmann

Mit der Behandlung literarischer Texte im Schulunterricht werden Wertvorstellungen vermittelt, deren Wahrnehmung und Verständnis von entwicklungspsychologischen Voraussetzungen abhängig ist. Die Geltungsansprüche dieser Handlungsimperative können in einer Lerngruppe unterschiedlich wirksam sein und zu Kontroversen führen – das 4-Phasen-Modell von Kreft sichert hier den methodischen Rahmen für eine geleitete Erschließung von normativen Textinhalten. Dennoch erwirbt weniger als ein Viertel eines Jahrgangs eine literar-ästhetische Kompetenz, es wird deshalb ein Kurssystem nach finnischem oder neuseeländischem Vorbild vorgeschlagen.
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Kapitel 3

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3. Entwicklungsaspekte der Interaktionskompetenz

In diesem Kapitel werden folgende Fragen gestellt:

• Was meint der Begriff ‚Interaktionskompetenz‘?

• Wer beschreibt das Modell einer Interaktionskompetenz und welche Merkmale trägt dieses Modell?

• Welche Teilaspekte der Interaktionskompetenz können in ihrer Entwicklung rekonstruiert werden?

Im Folgenden geht es nicht um die philosophische oder psychologische Rekonstruktion der unterschiedlichen und den Fachdiskurs bestimmenden Versuche zur Bestimmung von Moral, sondern um die Beantwortung der Frage, welche bezugswissenschaftlichen Daten und Modelle die Analyse der in fiktionalen Texten gegebenen moralischen Konflikte und Bindungen an soziale Normen ermöglichen und ihnen eine fachsprachliche Sicherheit geben können. Sind diese Grundlagen gefunden und beschrieben und haben sie sich im Vollzug einer Textanalyse als belastbar erwiesen, können die Erkenntnisse für die unterrichtliche Verwendung empfohlen werden.

Die Fragestellung ist in der Literaturdidaktik nicht neu und soll hier aus der Perspektive von Jürgen Kreft erneut aufgenommen und weiter entfaltet werden. Diese folgende Darstellung reagiert auf die Tatsache, dass nach einer kurzen Phase, welche Ende der 70er bis etwa Mitte der 80er Jahre zu belegen ist, intensiver Auseinandersetzung, Erprobung und Sicherung von Ergebnissen weitere Forschungen zur Behandlung moralischer Probleme in fiktionalen Texten und zur möglichen Beeinflussung des moralischen Urteilens im Fachdiskurs der Literaturdidaktik nicht weiter getrieben werden. Untersuchungen zum Verständnis des Handelns literarischer Figuren und der Darstellung von sozialen Regeln, ihren Geltungsansprüchen und den mit ihnen vermachten Affektlagen werden zugunsten z. B. der Erprobung des...

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