Show Less
Restricted access

Werte im Literaturunterricht

Entwicklungspsychologische Grundlagen, professionelles Lehrverhalten, methodische Schritte zur Arbeit in heterogenen Gruppen

Series:

Joachim Schulze-Bergmann

Mit der Behandlung literarischer Texte im Schulunterricht werden Wertvorstellungen vermittelt, deren Wahrnehmung und Verständnis von entwicklungspsychologischen Voraussetzungen abhängig ist. Die Geltungsansprüche dieser Handlungsimperative können in einer Lerngruppe unterschiedlich wirksam sein und zu Kontroversen führen – das 4-Phasen-Modell von Kreft sichert hier den methodischen Rahmen für eine geleitete Erschließung von normativen Textinhalten. Dennoch erwirbt weniger als ein Viertel eines Jahrgangs eine literar-ästhetische Kompetenz, es wird deshalb ein Kurssystem nach finnischem oder neuseeländischem Vorbild vorgeschlagen.
Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract



Jürgen Kreft veröffentlicht im Jahr 1977 die Arbeit ‚Grundprobleme der Literaturdidaktik‘, mit der er der damaligen durchaus kontrovers geführten Diskussion um die Ziele des Deutschunterrichts eine Position beifügt, die ihre Ziele im Aufbau einer gelingenden Ich-Entwicklung sieht. Erstmalig postuliert Kreft das Konzept einer ästhetischen Kompetenz, die in ihrer Ausbildung in einem engen Zusammenhang mit der von J. Habermas dargestellten Interaktionskompetenz zu sehen ist.

Aktuell wird diese Konzeption von denjenigen in Erinnerung gerufen, die sich gegen die Zugriffe der durch die OECD, das PISA-Konzept und von anderen vorgegebenen Inhalte und Arbeitsformen im DU wenden. Hier setzt auch diese Arbeit an. Um dem Leser zu verdeutlichen, dass die Ziele des DU und LU in den vergangenen 150 Jahren ebenfalls nach dem Fach übergeordneten Argumentationsfiguren sich zu richten hatten, wird zunächst daran erinnert, auf welche Topoi sich der DU und LU zur Legitimation ihrer Bildungsziele stützten. Sodann wird im Rückgriff auf kritische Einschätzungen des Bildungs-mainstreams erläutert, dass die Ziele und Inhalte des DU und LU aktuell zur Disposition stehen. Als Antwort auf diese aktuellen Bedingungen mache ich den Vorschlag, ein Literatur -Kurs-System einzurichten (Kapitel 1).

Vor dem Hintergrund der noch nicht entschiedenen Kontroverse über die zukünftigen Ziele des LU erinnere ich an drei Aspekte: Erstens an die methodischen Grundlagen des 4-Phasen-Modells und an dessen Zusammenhang mit der Konzeption der ‚ästhetischen Kompetenz‘, zweitens an im Zusammenhang mit der ästhetischen Kompetenz verwendete Begriffe in der Literaturwissenschaft und Psychologie sowie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.