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Sozialbewusstsein

Ursprung, Exegese und die Beziehung zum theoretischen Bewusstsein

Sander Wilkens

Sander Wilkens widmet sich in umfassender Weise dem Sozialbewusstsein, welches die Neuzeit charakterisiert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stehen sich zwei Richtungen diametral gegenüber: der Behaviorismus, der es in seiner Eigenständigkeit leugnet, und das gemeinschaftliche Bewusstsein in der Soziologie. Zentrale Themen des Buches sind u. a. die neuzeitliche Klausel der Vereinzelung als fehlbare Abstraktion; instantane, nicht nur reflexive oder kommunikationsbedingte Teilhabe der Vorstellungen und Gedanken; konzentriertes Bewusstsein als realer Fokus/Herd; die Umkehrbarkeit der Perspektive; das gemeinschaftliche Bewusstsein als Sozialbewusstsein.
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Vorwort und Einführung

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„Die Vorstellungen des und Begriffe des gemeinen Mannes von der Welt werden nicht durch die volle, reine Erkenntnis als Selbstzweck, sondern durch das Streben nach günstiger Anpassung an die Lebensbedingungen gebildet und beherrscht. Darum sind sie weniger genau, bleiben dafür aber auch vor den Monstrositäten bewahrt, welche bei einseitiger eifriger Verfolgung eines wissenschaftlichen (philosophischen) Gesichtspunktes sich leicht ergeben“

(Ernst Mach 1885)1.

Unter dem originalgeist verstehen wir [nicht allein die Fähigkeit] die Fertigkeit, die nicht durch Nachahmung kan erworben werden. Nicht jeder Originalgeist ist characteristisch. Geist gehört zur Erfindung dessen, [dem] ein Ideal zugrunde liegt, auch bei [der] Vernunft

(Kant.Handschriftlicher Nachlass. AAXVI.1654).

Man kan keine philosophie lernen, wohl aber philosophiren lernen. Es ist nicht ein philosoph, der irgend eine philosophie (des anderen Versuch zu philosophiren) versteht. Er ist iederzeit original. Eben so wenig wie schöne Wissenschaften

(wie zuvor. 1652).

I. Neuanfänge im Bewusstsein der Originalität

Originalität, sollte es sie in der (über)wachsen(d)en Menschheit immer (noch) geben, ist kein Selbstzweck, vielmehr ein Wert. Dies behaupten, an erster Stelle, die Künste, die sich erst relativ spät auf eine „Autonomie“ zwischen Werk und Schöpfer verständigen konnten, nachdem eine mehr oder weniger unnachgiebige Berufung auf eine vielleicht anonyme, jedenfalls nicht subjektiv und persönlich fest umrissene Schöpferkraft zuvor gang und gäbe war. Jedes Schaffen außerhalb ihrer kann sich dieser...

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