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Abstammungsrecht 2.0

Ein rechtsvergleichender Reformvorschlag vor dem Hintergrund der Methoden der künstlichen Befruchtung

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Marc Alexander Voigt

Im Buch wird das deutsche Abstammungsrecht hinsichtlich der modernen Fortpflanzungsmedizin auf den Prüfstand gestellt. Da der deutsche Gesetzgeber hier sehr restriktive Regelungen getroffen hat, wird von vielen Paaren mit Kinderwunsch häufig der Weg ins Ausland angetreten. Dies führt dazu, dass in Deutschland vermehrt Kinder leben, die durch (hier) verbotene Befruchtungsmethoden gezeugt worden sind. Das deutsche Abstammungsrecht bietet für diese Fälle jedoch keine interessengerechten Regelungen. Der Autor ermittelt den diesbezüglichen Reformbedarf und entwickelt umfassende Vorschläge zur gesetzlichen Neuregelung. Das betrifft sowohl die statusrelevante Zuordnung des Kindes, die statusunabhängige Abstammungsfeststellung als auch Auskunftsrechte.
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8. Kapitel: Abstammungsrechtliche Probleme nach einer Ersatzmutterschaft

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Die abschließend zu behandelnde Konstellation ist die Ersatzmutterschaft. Im Gegensatz zur Leihmutterschaft ist diese kein Produkt der modernen Medizin.1 Dennoch führen neue Methoden der Fortpflanzung zu einer Untergruppenbildung.

Bereits in der Bibel werden Ersatzmutterschaften beschrieben. Im 1. Buch Mose (Genesis) Kapitel 16, Vers 1-16, wird die Situation von Sarai und Abram geschildert. Da Sarai unfruchtbar ist, zeugt Abram mit der Magd Hagar ein Kind, das sodann als Kind von Abram und Sarai gelten soll. Der Fall illustriert die typische Ausgangssituation der Ersatzmutterschaft: ein fruchtbarer Mann und seine Partnerin hegen einen Kinderwunsch, der aufgrund der Unfruchtbarkeit der Frau nur durch die Hilfe einer anderen Frau erfüllt werden kann. Man erkennt bereits an dem biblischen Beispiel, dass die Ersatzmutterschaft gänzlich ohne fortpflanzungsmedizinische Maßnahmen auskommen kann. Im einfachsten Fall der Ersatzmutterschaft erfolgt zwischen dem Wunschvater und der Ersatzmutter Geschlechtsverkehr, um ein Kind zu zeugen. Nach der Geburt gibt die Ersatzmutter das Kind an die Wunscheltern heraus.

Durch die Fortpflanzungsmedizin treten jedoch auch neue Varianten der Ersatzmutterschaft auf. So ist der Geschlechtsverkehr zwischen dem Wunschvater und der Ersatzmutter keine zwingende Voraussetzung. Stattdessen kann eine künstliche Befruchtung in vivo und oder in vitro erfolgen. Daneben besteht die Möglichkeit, auf eine gespendete Eizelle einer dritten Frau zurückzugreifen. Die Ersatzmutter stellt dann lediglich ihre Gebärfähigkeit zur Verfügung.2 Zusätzlich ist auch die Verwendung von Spendersamen möglich.

Das entscheidende...

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