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Abstammungsrecht 2.0

Ein rechtsvergleichender Reformvorschlag vor dem Hintergrund der Methoden der künstlichen Befruchtung

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Marc Alexander Voigt

Im Buch wird das deutsche Abstammungsrecht hinsichtlich der modernen Fortpflanzungsmedizin auf den Prüfstand gestellt. Da der deutsche Gesetzgeber hier sehr restriktive Regelungen getroffen hat, wird von vielen Paaren mit Kinderwunsch häufig der Weg ins Ausland angetreten. Dies führt dazu, dass in Deutschland vermehrt Kinder leben, die durch (hier) verbotene Befruchtungsmethoden gezeugt worden sind. Das deutsche Abstammungsrecht bietet für diese Fälle jedoch keine interessengerechten Regelungen. Der Autor ermittelt den diesbezüglichen Reformbedarf und entwickelt umfassende Vorschläge zur gesetzlichen Neuregelung. Das betrifft sowohl die statusrelevante Zuordnung des Kindes, die statusunabhängige Abstammungsfeststellung als auch Auskunftsrechte.
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9. Kapitel: Fazit

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Das geltende Abstammungsrecht vermag es nicht, die Folgen der künstlichen Befruchtung so zu regeln, dass sie den Interessen der Beteiligten, insbesondere denen des Kindes, gerecht werden. Es hat sich gezeigt, dass ein grundsätzlicher Reformbedarf bezüglich jeder der derzeit praktizierten fortpflanzungsmedizinischen Methoden besteht. Notwendig ist eine moderne Variante des Abstammungsrechts, das Abstammungsrecht 2.0.

So, wie sich die Methoden der Fortpflanzungsmedizin weiterentwickeln, ist auch das Abstammungsrecht stetig zu überarbeiten. Werden weitere Methoden wie Ektogenese – die vollständige Reifung eines Embryos außerhalb des menschlichen Körpers – oder das Klonen möglich, werden wiederum völlig neue Regelungen notwendig, für die bisher kein Bedarf besteht.1

A. Reformbedarf im öffentlichen Recht

Auch im öffentlichen Recht besteht ein dringender Reformbedarf. Dabei geht es nicht darum, das Fortpflanzungsmedizinrecht zwingend zu liberalisieren. Bereits die derzeit geduldeten Methoden sind vom Gesetzgeber nur so oberflächlich geregelt, dass hier Handlungsbedarf besteht. Dass zudem mancherorts eine Liberalisierung nötig erscheint, erhöht den Druck auf den Gesetzgeber weiter. Der Ruf nach einem umfassenden Fortpflanzungsmedizingesetz wird daher immer lauter.2 Zuletzt versuchte die FDP-Bundestagsabgeordnete Flach 2011 die Schaffung eines (sehr liberalen) Fortpflanzungsmedizingesetzes zu initiieren.3 Im Jahr zuvor war bereits ein Antrag der Opposition gestellt worden, zu prüfen, ob durch die Schaffung eines Fortpflanzungsmedizingesetzes die Rahmenbedingungen für die regenerative Medizin in Deutschland verbessert werden könnten.4 Auch die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Fischer plädierte 2010 (erneut) für die Notwendigkeit eines solchen umfassenden Gesetzes.5 Bisher...

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