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Adoleszenz in Medienkontexten

Literaturrezeption, Medienwirkung und Jugendmedienschutz

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Edited By Christine Ansari

Wie vollzieht sich die Sozialisation Jugendlicher in der heutigen Mediengesellschaft? Auf welche Weise differenziert sich Jugend in Abhängigkeit von Medienkontexten aus? Mit welchen Inhalten werden adoleszente Rezipienten konfrontiert und welches Nutzungsverhalten legen sie an den Tag? Mit welchen Bildern von Jugend werden sie versorgt, welche jugendlichen Verhaltensmuster werden ihnen vorgeführt? Wie können schließlich die heutigen Medienwelten in den schulischen Unterricht eingebunden werden? Welche didaktischen und methodischen Aspekte wären dabei zu berücksichtigen? Die Beiträge dieses Bandes gehen diesen Fragen aus erziehungswissenschaftlicher, juristischer, linguistischer sowie literatur- und medienwissenschaftlicher Perspektive nach und bedienen sich dabei divergenter theoretischer und methodischer Zugriffe.
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Vorbemerkung

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Mit der Herausstellung eines „kulturellen Konstrukts“1 von Kindheit und Jugend zur Beschreibung einer bestimmten Lebensphase, die sich im Speziellen zum Ende des 19. Jahrhunderts herauskristallisiert hat, ergibt sich für die Gesellschaft ein breites Spektrum an Definitionsversuchen, welches sich u.a. in fachwissenschaftlichen Diskursen niederschlägt. Beschränkt sich die Auseinandersetzung mit der Phase der Jugend vorerst auf die damals herrschenden fachwissenschaftlichen Diskurse in den Disziplinen Psychologie, Medizin und Strafrecht, verlagert sich mit dem erweiterten Kulturbegriff um 1900, nicht zuletzt bedingt durch die Jugendbewegung, die Auseinandersetzung mit der Phase und dem Begriff der Jugend wie wir ihn heute verwenden, auch in andere Fachdisziplinen und Begriffe wie Kindheit, Jugend, Adoleszenz und Teenage2 bilden sich heraus.

So stellt sich in der Literaturwissenschaft unter anderem die Frage, wie diese Lebensphasen in literarischen Texten aufgegriffen und konstruiert werden, aber auch wie, im Umkehrschluss, literarische Texte für diese Phase des Lebens konzipiert werden.

Der Verantwortlichkeit eines besonderen Schutzes der Lebensphasen Kindheit und Jugend kristallisiert sich insbesondere dort heraus, wo es um Medieneinsatz und Mediennutzungsgewohnheiten geht. Im Kontext von Mediennutzung zur Unterhaltung von Kindern und Jugendlichen schlägt sich dies u.a. in Form von gesellschaftlich geforderten gesetzlichen Regularien nieder.3 In diesem Kontext wird in der Literatur die Annahme eines „Gefährdungspotenzials“ durch die Literatur und die Neuen Medien häufig thematisiert. Der damit eng verbundene Versuch der Gefahrenabwehr, durch ← 9 | 10 → das, aus dem Weimarer „Schund- und Schmutzgesetz“ (1926) entstandene heutige Jugendmedienschutzgesetz, findet im Kontext von Persönlichkeitsbildungsprozessen Erw...

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