Show Less
Restricted access

Pädagogische Führung

Geschichte – Grundlegung – Orientierung

Series:

Meike Zellner

Obwohl die Pädagogische Führung einer der pädagogischen Grundbegriffe ist, wird sie in der aktuellen Forschungsliteratur kaum beachtet. Stattdessen wird der Begriff vermieden, substituiert und paraphrasiert. Der Pädagogischen Führung werden per se unpädagogische, unterdrückende oder beherrschende Momente zugesprochen. Die Autorin geht diesem Missverständnis problemgeschichtlich-systematisch nach und zeigt auf, dass kein Pädagoge «um des Führens willen» seiner Führungsaufgabe nachzukommen hat. Im Zentrum all seiner pädagogischen Reflexionen und Entscheidungen steht dementgegen stets der zu ermöglichende Selbstbildungsprozess des Schülers.
Show Summary Details
Restricted access

1. Einführung

Extract



1.1 Anlass

„Bildung braucht die königliche Kunst des Führenden, der seinem Schützling hilft, sich selbst zu fassen, wenn er zu wissen begehrt, wenn er fragt“ (Petzelt 1957, S. 244).

Es stellt heutzutage eine Ausnahme dar, dass die Führungsaufgabe des Lehrenden im Bildungsprozess des Lernenden noch so hoch – „königlich“ – bewertet wird wie in diesem Zitat. Im pädagogischen Diskurs ist die adäquate Begrifflichkeit – die Pädagogische Führung – gar in Vergessenheit geraten, fokussiert sich die derzeitige Forschung doch vor allem darauf, wie Unterrichtsprozesse zu „managen“ sind oder wie sich das „pädagogische Leadership“ zu gestalten hat, um Unterrichtsstörungen zu dezimieren. Dass der Lehrer1 in seiner Führungsverantwortung jedoch den Bildungsprozess des Schülers führt und ihn somit unterstützt, sich und sein Leben selbstständig und autonom führen zu können, wird nur selten dargelegt. Die Pädagogische Führung allerdings – auf die sich die nachfolgende Abhandlung konzentriert – ist nur als Korrelat zur Selbstführung des Schülers zu verstehen, d.h. – auf diesen Aspekt verweist auch Petzelt im obigen Zitat –, dass der Lehrer Hilfe zur Selbsthilfe bereitstellt, dass er dem Schüler dabei behilflich ist, „sich selbst zu fassen, wenn er zu wissen begehrt, wenn er fragt“. Ohne das Lernen-Wollen kann der Schüler sich nicht bilden – ist er hingegen motiviert und will lernen, so benötigt er Hilfe entlang seines Bildungsprozesses. Dieses Spannungsfeld kann beschrieben werden als „Paradox der Pädagogischen Führung“ (Hintz/Pöppel/Rekus...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.