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Der Kampf um den öffentlichen Raum

Prozessionen, Wallfahrten, Feierlichkeiten bei Bischofsbesuchen, Papstfeiern und sonstige religiöse Feste im nördlichen Rheinland während des Kulturkampfes

Volker Speth

Das Buch leistet einen Beitrag zur Geschichte des Kulturkampfes im nördlichen Rheinland (Regierungsbezirke Düsseldorf, Aachen und Köln) und zur Geschichte des Grundrechts auf öffentliche kollektive Religionsausübung. Der preußische Staat beschnitt im Kulturkampf (1871–1887) das schon in der preußischen Verfassung von 1850 verbürgte Recht, seinen Glauben und seine Kirchenverbundenheit auch gemeinschaftlich in der Öffentlichkeit zu bekunden, indem er religiöse Kulte und Feiern teils partiell, teils vollständig aus dem öffentlichen Raum zu verbannen suchte. Konkret geht es um die Reglementierung und Einschränkung von Prozessionen und Wallfahrten, von Ehrungsfeierlichkeiten für Bischöfe, von Papstfeiern und von sonstigen religiösen Festen und Großereignissen.
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4. Feierlichkeiten anlässlich von Bischofsbesuchen

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Rundreisen des Bischofs von Münster, des Erzbischofs von Köln und der Weihbischöfe beider Diözesen in einem Dekanat oder Kreis zum Zweck der Firmung und Visitation führten in den besuchten Ortschaften ebenfalls zu einer vorübergehenden Inbesitznahme des öffentlichen Raums, nämlich durch die Einholungs- und Empfangsfeierlichkeiten bei der Ankunft, durch die Festumzüge und -veranstaltungen während des Aufenthalts und durch die Verabschiedungszeremonien bei der Abfahrt. Diese wurden in den beiden Jahren 1874 und 1875 auf Betreiben der Bezirksregierungen von den Behörden zunächst kritisch-misstrauisch beobachtet und dann sukzessive eingeschränkt.

a) Regierungsbezirk Düsseldorf

Zum Verständnis des Nachfolgenden ist es wichtig zu wissen, dass der Regierungsbezirk Düsseldorf zu zwei Bistumssprengeln gehörte: Der nördliche Teil, der den 1822 aufgelösten Regierungsbezirk Kleve gebildet hatte, gehörte zum Bistum Münster,1 der südliche Teil zum Erzbistum Köln.

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