Show Less
Restricted access

Die Querverweise im Pentateuch

Überlieferungsgeschichtliche Untersuchung der expliziten Querverbindungen innerhalb des vorpriesterlichen Pentateuchs

Series:

Rainer Kessler

Wie ist der Pentateuch, sofern er nicht zur Priesterschrift gehört, entstanden? Wurden durchlaufende Quellen kombiniert? Oder wurden kleinere Einheiten zu größeren Blöcken zusammengefügt, bis schließlich redaktionelle Stellen den Pentateuch als Ganzen überblicken? Die hier erstmals im Druck vorliegende Untersuchung von 1972 – «aus der ganz frühen Phase der kritischen Anfragen an die bis dahin fraglos gültige Drei-Quellen-Theorie» (R. Albertz) – setzt an den Querverweisen zwischen den Überlieferungen an. Sie stellt das Quellenmodell in Frage und plädiert für eine überlieferungsgeschichtliche Lösung. Der deuteronomistischen Redaktion weist sie dabei eine Schlüsselrolle für die Gesamtkomposition zu. In einem Geleitwort nimmt R. Albertz eine forschungsgeschichtliche Einordnung der Arbeit vor.
Show Summary Details
Restricted access

Zweiter Teil: Die einzelnen Verweise im vorpriesterschriftlichen Pentateuch

Extract



Die nun beginnende Untersuchung der Verweise im Pentateuch muß, wenn sie methodisch zu verantwortende weiterführende Ergebnisse zu den in der Einleitung formulierten Fragen63 erbringen soll, allein von den Verweisen selbst ausgehen und überlieferungsgeschichtliche Aussagen als Folge aus deren Untersuchung darbieten, nicht bereits als deren Voraussetzung.64 Nun lassen sich überlieferungsgeschichtliche Aussagen nur bei Verweisen machen, die sich auf eine überlieferungsgeschichtlich unterscheidbare Größe beziehen. Andererseits darf gerade nicht davon ausgegangen werden, daß ein Verweis und seine Bezugsstelle überlieferungsgeschichtlich unterscheidbaren Größen angehören, wenn nicht der Zirkelschluß schon im Ansatz enthalten sein soll. Um einen sicheren Ansatzpunkt zu gewinnen, ist die oben getroffene Unterscheidung zwischen „Szene“ und „Überlieferungseinheit“ aufzunehmen.65 Es muß gefordert werden, daß immer vom Verweis aus einer Szene auf eine andere Szene auszugehen ist. Erst dann kann gefragt werden, ob der Verweis erkennen läßt, in welchem überlieferungsgeschichtlichen Verhältnis die beiden Szenen zueinander stehen, ob sie also von vorneherein [–42–] Bestandteile einer einzigen Einheit sind, ob sie in verschiedenen aufeinanderfolgenden Schichten entstanden sind, oder ob sie ursprünglich eigenständigen Überlieferungsgrößen angehörten. ← 61 | 62 →

Dieses methodische Prinzip wirft nun aber für die praktische Durchführung ein Problem auf. Wird der Begriff der Szene zu eng gefaßt, dann müßten faktisch nahezu alle Verweise untersucht werden, auch solche, nach deren Untersuchung mit Sicherheit gesagt werden könnte, daß sie innerhalb einer einzigen Überlieferungseinheit verbleiben. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte von der listigen Beschaffung des Segens durch Jakob (Gen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.