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Die Querverweise im Pentateuch

Überlieferungsgeschichtliche Untersuchung der expliziten Querverbindungen innerhalb des vorpriesterlichen Pentateuchs

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Rainer Kessler

Wie ist der Pentateuch, sofern er nicht zur Priesterschrift gehört, entstanden? Wurden durchlaufende Quellen kombiniert? Oder wurden kleinere Einheiten zu größeren Blöcken zusammengefügt, bis schließlich redaktionelle Stellen den Pentateuch als Ganzen überblicken? Die hier erstmals im Druck vorliegende Untersuchung von 1972 – «aus der ganz frühen Phase der kritischen Anfragen an die bis dahin fraglos gültige Drei-Quellen-Theorie» (R. Albertz) – setzt an den Querverweisen zwischen den Überlieferungen an. Sie stellt das Quellenmodell in Frage und plädiert für eine überlieferungsgeschichtliche Lösung. Der deuteronomistischen Redaktion weist sie dabei eine Schlüsselrolle für die Gesamtkomposition zu. In einem Geleitwort nimmt R. Albertz eine forschungsgeschichtliche Einordnung der Arbeit vor.
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Geleitwort von Rainer Albertz

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Manche Bücher werden geschrieben, bevor die Zeit für sie reif ist. Ein solches Buch ist die Dissertation von Rainer Kessler „Die Querverweise im Pentateuch. Überlieferungsgeschichtliche Untersuchung der expliziten Querverbindungen innerhalb des vorpriesterlichen Pentateuchs,“ die 1972 von der Evangelisch-theologischen Fakultät in Heidelberg angenommen wurde. Sie stammt aus der ganz frühen Phase der kritischen Anfragen an die bis dahin fraglos gültige Drei-Quellen-Theorie, die meinte, – abgesehen von einigen mündlichen Vorstufen – die literarische Entstehung des Pentateuch aus der sukzessiven Vereinigung dreier durchlaufender Quellenwerke, zuerst der beiden nicht-priesterlichen Werke des Jahwisten und Elohisten und sodann der Priesterschrift, erklären zu können. Da hier eine sicher geglaubte Grundlage alttestamentlicher Forschung einzubrechen schien, wurde die Debatte in Heidelberg hochemotional geführt, unter breiter Beteiligung der Fakultät. Eine Podiumsdiskussion zwischen Rolf Rendtorff und Hans Walter Wolff über den Elohisten schlug damals nicht nur viele Professoren, Assistenten und Doktoranden, sondern auch Hunderte von Studierenden im großen Hörsaal 13 in ihren Bann. So spannend war damals für viele von uns die Frage, ob es den Elohisten möglicherweise gar nicht gegeben habe.

Angesichts dieser aufgeladenen Atmosphäre fällt um so wohltuender auf, wie sachlich, fast akribisch und nüchtern sich Rainer Kessler der gewaltigen Aufgabe unterzog, die zahlreichen Querverweise in den nicht-priesterlichen Textpartien von Gen 3 bis Num 32 zu untersuchen, die man damals selbstverständlich noch alle für vor-priesterlich hielt. Diese Fragestellung zu bearbeiten, hatte bis dahin merkwürdigerweise noch niemand f...

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