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Deutsch-türkische Erzähltexte im interkulturellen Literaturunterricht

Zur Funktion und Vermittlung literaturästhetischer Mittel

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Inga Pohlmeier

Literarisch-interkulturelles Lernen ist das Kernanliegen der interkulturellen Literaturdidaktik. Dieses Buch stellt das Ästhetisch-Literarische in den Mittelpunkt. Am Beispiel deutsch-türkischer Erzähltexte – insbesondere am Jugendroman Der Mond isst die Sterne auf von Dilek Zaptçıoğlu – wird die Funktion literaturästhetischer Mittel untersucht: Welches interkulturelle Potential haben sie? Einen Schwerpunkt bildet die Evaluation von Unterrichtsmethoden, die zur Vermittlung sowohl interkultureller als auch literarischer Ziele geeignet sind.
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1 Einleitung

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1.1 Forschungsbereich, zentrale Bezugspunkte und Gegenstand der Arbeit

Die vorliegende Arbeit ist innerhalb der interkulturellen Literaturwissenschaft und -didaktik einzuordnen, wobei der Schwerpunkt im Bereich der interkulturellen Literaturdidaktik liegt. Beide Forschungsbereiche reagieren auf gesellschaftliche und politische Veränderungen im Zuge von Globalisierungs- und Migrationsprozessen. Die interkulturelle Literaturwissenschaft interessiert sich „im besonderen Maße für die interkulturellen Prozesse, die bei der Konfrontation deutschsprachiger Leserinnen und Leser mit ‚fremder‘ Literatur zu beobachten sind. […] [Ihr] kommt […] aber auch die Aufgabe zu […] die Auseinandersetzung mit den Kulturen zu fördern […].“1 Auch die interkulturelle Literaturdidaktik – verstanden als „eine spezifische Form von globalem und interkulturellem Lernen“ – möchte „eine offene Einstellung gegenüber dem Zusammenleben der Vielen und der Unterschiedlichen [fördern], wozu auch eine positiv verstandene Konfliktbereitschaft gehört“.2

In beiden Forschungsbereichen nimmt der Begriff „Fremde“ einen zentralen Bezugspunkt ein. Es handelt sich um einen „relationalen Begriff“, der in der deutschen Sprache ausgesprochen vieldeutig ist:3 (1) „Fremd ist, was außerhalb des eigenen Bereichs vorkommt“, womit ein topographischer Aspekt angesprochen ist (z.B. Auszug aus der vertrauten Umgebung, Reise, Eroberung, Kolonialisierung). (2) „Fremd ist, was einem anderen gehört, wobei in diesem Verständnis auch der Aspekt der Nationalität eine wichtige Rolle spielen kann.“ (3) „Fremd ist, was von ← 11 | 12 → fremder Art ist und als fremdartig gilt. Hier erscheint das Fremde als das Unvertraute, als das, was in seiner Erscheinung und möglicherweise auch in seinem ‚Wesen‘ als grundsätzlich verschieden von dem Subjekt betrachtet...

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