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Die Messbarkeit von Gewinnsteuerung mit Hilfe von Periodenabgrenzungen

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Sebastian Keßler

Dieses Buch beschäftigt sich mit Periodenabgrenzungsmodellen (accruals models), die zur Messung von Bilanzpolitik eingesetzt werden. Bestehende Ansätze wie das Jones- oder das McNichols-Modell weisen ein Endogenitätsproblem auf, wonach die erklärenden Variablen mit dem Fehlerterm einer Regressionsschätzung korrelieren. Dieses Problem wird zum Teil durch simultane Kausalität der Rechnungslegung hervorgerufen, die bei doppelter Buchführung durch das Berühren jeder Transaktion von mindestens zwei Konten vorliegt. Der Autor entwickelt zur Berücksichtigung dieses Aspekts ein Mehrgleichungsmodell, das auch Rechnungslegungsidentitäten erfasst. Er zeigt in einer Simulationsstudie für Unternehmen der EU mit Daten von 1995 bis 2011 durch den Modellvergleich, dass Periodenabgrenzungsmodelle nur bedingt zur Messung von Gewinnsteuerung geeignet sind.
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6. Simulationsstudie

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6. Simulationsstudie

6.1 Motivation und Erwartungen

In den vorherigen Kapiteln wurden unterschiedliche Ursachen für Messfehler bei der Bestimmung gesteuerter Periodenabgrenzungen anhand aggregierter Periodenabgrenzungsmodelle aufgezeigt. Zudem wurden unterschiedliche Verbesserungsvorschläge und Modell-Erweiterungen zur Minimierung dieser Messfehler diskutiert. In diesem Kapitel soll gezeigt werden, für welche Maßnahmen sich in einer Simulationsstudie messbare Effekte einstellen.

Um dem Problem simultaner Kausalität − verursacht durch die Eigenschaften der doppelten Buchführung − Rechnung zu tragen, wird erstmals ein Mehrgleichungssystem408 zur Bestimmung von Gewinnsteuerung aufgestellt. In bisherigen Periodenabgrenzungsmodellen blieb die bedingte Vorsicht weitgehend unberücksichtigt,409 obwohl es sich, wie in Abschnitt 4.2.8 diskutiert, um eine ausgelassene Variable handelt. Die Auswirkungen der bedingten Vorsicht auf die Güte der Messung von Gewinnsteuerung sind daher noch nicht untersucht. Die vorliegende Arbeit versucht, diese beiden Forschungslücken zu schließen: Erstens soll das Problem simultaner Kausalität durch ein Mehrgleichungssystem verringert werden. Zweitens wird der Effekt der bedingten Vorsicht bei der Messung von Gewinnsteuerung systematisch untersucht.

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