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Die Tages- und Jahreszeitenzyklen von Caspar David Friedrich

Momoko Ochiai

Caspar David Friedrich (1774–1840), einer der bedeutendsten Landschaftsmaler der deutschen Romantik, beschäftigte sich lebenslang mit Tages- und Jahreszeitenzyklen. Momoko Ochiai untersucht den im Jahre 2004 wiederentdeckten Sepiazyklus sowie weitere vier Zyklen, um die Sonderstellung Friedrichs im Zusammenhang von Tageszeiten, Jahreszeiten und Lebensaltern zu erläutern. Durch ihre umfangreichen Recherchen zeitgenössischer bildlicher wie literarischer Quellen stellt die Autorin Friedrichs Zyklen in den historischen Kontext. Ihr zufolge hat die Zyklusthematik nicht nur in Friedrichs Werken, sondern generell in der zeitgenössischen Kunstproduktion eine bedeutende Rolle eingenommen. In einem Exkurs skizziert die gebürtige Japanerin die Friedrich-Rezeption in ihrem Heimatland.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

1.1  Forschungsstand und Fragestellung

In der vorliegenden Arbeit geht es um die Tages-, Jahreszeiten- und Lebensalterzyklen des Malers Caspar David Friedrich (1774–1840).

Im Jahre 2006 wurden im Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin die drei Sepia-Blätter »Frühling«, »Herbst« und »Winter« aus dem Tages- und Jahreszeitenzyklus um 1803–1807 ausgestellt, die 2004 in Privatbesitz wiederentdeckt worden waren.1 Daraus hat sich die Möglichkeit ergeben, Friedrichs gesamte Tages- und Jahreszeitenzyklen eingehender zu untersuchen. Ich habe mich schon früher für diese Thematik in Friedrichs Werken interessiert: In meiner Magisterarbeit, die 2004 an der Waseda Universität in Tokio angenommen wurde, ging es um das im Museum der bildenden Künste Leipzig befindliche Bild »Lebensstufen« (um 1834/1835, BS410). Anschließend habe ich mich außerdem mit dem Tages-, Jahreszeiten- und Lebensalterzyklus in der Hamburger Kunsthalle (1826, BS338–340, 431–434) beschäftigt. Durch diese Arbeiten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass Friedrichs gesamte Zyklen genauer untersucht werden sollten. Außerdem habe ich während der Recherchen herausgefunden, dass nicht nur Friedrich, sondern auch viele andere zeitgenössische Maler Zyklen oder Bilderfolgen zu diesem Thema schufen, was in der bisherigen Friedrich-Forschung kaum beachtet wurde.

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